
Die afghanische Taliban-Regierung und die pakistanischen Behörden haben sich darauf geeinigt, eine Kommission zur Beilegung von Streitigkeiten über die Durand-Linie zu bilden. Die Durand-Linie ist ein unklarer Grenzverlauf, der noch aus der Kolonialzeit stammt und in dem es häufig zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen den Sicherheitskräften der beiden Länder kommt.
«Jegliche Spannungen auf beiden Seiten der Grenze müssen im Dialog gelöst werden. Die Kommission ist das Ergebnis einer Vereinbarung zwischen den beiden Seiten», sagte der afghanische Geschäftsträger in Islamabad, Sardar Ahmad Shakib, laut dem afghanischen Fernsehsender Tolo.
Bewaffnete Zusammenstöße zwischen den Sicherheitskräften der beiden Länder sind an der Tagesordnung, und viele Anwohner mussten aufgrund der Gewalt aus dem Gebiet fliehen.
Shakib sagte, dass mehr als 2.500 afghanische Flüchtlinge von pakistanischen Sicherheitskräften festgehalten werden und dass sie in Kontakt mit Islamabad stehen, um ihre Freilassung zu erreichen.
«Vor vier Monaten hat Pakistan begonnen, unsere Landsleute zu verhaften. Bisher wurden mindestens 2.000 afghanische Flüchtlinge, darunter auch Frauen und Kinder, festgenommen», sagte Shakib.
In der vergangenen Woche kam es zu zwei bewaffneten Zusammenstößen zwischen den Streitkräften des Islamischen Emirats Afghanistan – so der offizielle Name des Landes seit der Machtübernahme durch die Taliban – und pakistanischen Streitkräften, bei denen es mehrere Tote und Verletzte gab.
Daraufhin hat das pakistanische Außenministerium am Freitag Shakib selbst vorgeladen, um gegen die jüngsten Zusammenstöße zu protestieren, für die Islamabad die fundamentalistische Bewegung verantwortlich gemacht hat.
An der unruhigen Grenze zwischen den beiden Ländern kam es in weniger als sieben Tagen zu zwei Zusammenstößen, zuletzt am Donnerstag, als in der pakistanischen Stadt Chaman in der Provinz Belutschistan ein Mensch getötet und 15 weitere verletzt wurden, was die pakistanische Regierung als «wahllosen» Angriff der Taliban-Grenztruppen auf Zivilisten jenseits der Grenze bezeichnete.
Im Gegensatz dazu behaupten die Taliban, dass die pakistanischen Streitkräfte das Feuer auf ihre Truppen eröffnet haben, als diese einen Kontrollpunkt auf afghanischem Gebiet errichteten, wie Quellen der fundamentalistischen Bewegung dem afghanischen Sender Ariana News unter der Bedingung der Anonymität mitteilten.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






