
Die türkische Regierung betrachtet die Entscheidung des schwedischen Obersten Gerichtshofs, die Auslieferung des Journalisten Bülent Kenes abzulehnen, der vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wegen seiner angeblichen Beteiligung am Putschversuch 2016 als «Terrorist» bezeichnet wird, als «sehr negativ».
Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu stellte das Gerichtsurteil in Frage und erinnerte an die Verpflichtungen, die Schweden und Finnland im Gegenzug zur NATO-Mitgliedschaft eingegangen waren. «Wir erwarten keine schönen Worte (…), sondern konkrete Schritte», sagte er laut der Zeitung «Hurriyet» gegenüber den Medien.
Vor Beginn des NATO-Gipfels in Madrid schlossen die drei Länder einen Kompromiss, mit dem die Türkei ihre Bedenken gegen den Beitritt Schwedens und Finnlands zum Bündnis abschwächte, obwohl der Prozess noch immer ins Stocken geraten ist.
Cavusoglu sagte, die schwedischen Behörden hätten einige positive Schritte unternommen, wie die Auslieferung einer Person, die nicht auf der Prioritätenliste der Türkei stand. Er hält es jedoch nicht für «realistisch» zu glauben, dass die bisher unternommenen Schritte ausreichend sind.
Die jüngste Kontroverse wird voraussichtlich Teil eines Treffens zwischen Cavusoglu und seinem schwedischen Amtskollegen Tobias Billstroem am Donnerstag sein. Die beiden werden am Donnerstag in der Türkei zusammentreffen, nachdem der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson im November einen ähnlichen Besuch abgestattet hat.
In Anwesenheit von Kristersson verwies Erdogan dann auf den Fall Kenes. «Es ist wichtig, dass dieser Terrorist in die Türkei abgeschoben wird», warnte er.
Der schwedische Oberste Gerichtshof hat sich jedoch gegen eine solche Übertragung ausgesprochen und dabei eine Reihe von «Hindernissen» angeführt. Sie führte unter anderem an, dass einige der angeklagten Straftaten nicht unter das schwedische Strafgesetzbuch fallen und dass es sich um «politische Straftaten» handeln könnte.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






