
Hunderte von Menschen versammelten sich am Donnerstag vor der St.-Mary’s-Kathedrale in Sydney, Australien, um während der Beerdigung des australischen Kardinals George Pell zu protestieren. Der umstrittene Kardinal wurde 2019 wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilt und später von den Vorwürfen freigesprochen.
Der Protest wurde von der Gruppe «Community Action for Rainbow Law» ins Leben gerufen und soll sich nach Angaben der Demonstranten im Verlauf der Trauerfeierlichkeiten für den Kardinal auf andere Stadtteile ausweiten, wie der «Sydney Morning Herald» berichtet.
Mit diesem Marsch will die Organisation die Haltung des Kardinals zur gleichberechtigten Ehe und zu den Rechten der Frauen angreifen und gleichzeitig sein Versagen beim Schutz von Minderjährigen vor sexuellem Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche anprangern.
Kurz vor der Ankunft in der Kathedrale versammelten sich die Demonstranten am Archibald-Brunnen im Zentrum von Sydney. Dort baten sie darum, «an die Kinder zu denken», die missbraucht wurden.
Unter den Teilnehmern an der Beerdigung war auch der ehemalige Premierminister Tony Abbott, der den Kardinal als «Heiligen unserer Zeit» bezeichnete, obwohl er den Missbrauch scharf verurteilt hatte.
Pell, der von 2014 bis 2019 ehemaliger Schatzmeister des Vatikans und der ranghöchste katholische Geistliche Australiens war, wurde zum ranghöchsten Kirchenvertreter, der wegen Kindesmissbrauchs ins Gefängnis musste.
Der Kardinal, der bis zuletzt seine Unschuld beteuerte, verbrachte 13 Monate – von Februar 2019 bis April 2020 – in australischen Gefängnissen, bevor er vom australischen Obersten Gerichtshof vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs freigesprochen wurde.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






