
Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) wird auf Ersuchen der ukrainischen Regierung vier kerntechnische Anlagen, darunter das Kernkraftwerk Tschernobyl, inspizieren, um sich von deren gutem Zustand zu überzeugen.
Gemäß dem von der ukrainischen Regierung und der IAEO unterzeichneten Abkommen wird die Agentur Missionen zur Durchführung von Sicherungsmaßnahmen entsenden und nach russischen Behauptungen über Aktivitäten in ukrainischen Kernkraftwerken Verifizierungsmaßnahmen vor Ort durchführen, heißt es in einer Erklärung der IAEO.
Der Generaldirektor der IAEO, Rafael Grossi, erklärte, dass er seit Beginn des Ukraine-Krieges «alles in seiner Macht Stehende» getan habe, um einen nuklearen Unfall mit potenziell schwerwiegenden Folgen für die öffentliche Gesundheit und die Umwelt zu verhindern.
«Wir haben Ausrüstungen für die nukleare Sicherheit und Sicherung geliefert, unparteiische Lagebeurteilungen durchgeführt und Beratung und Fachwissen bereitgestellt. Wir führen diese wichtige Arbeit in enger Zusammenarbeit mit den ukrainischen Behörden und auf deren Ersuchen durch», so Grossi in dem Schreiben der IAEO.
«Unmittelbar nach Erhalt dieses jüngsten Ersuchens der Ukraine haben wir konkrete Vorschläge ausgearbeitet und mit der Vorbereitung der technischen und logistischen Details begonnen und sind nun bereit, diese neuen Missionen bald einzusetzen. Während sich die Welt auf die prekäre Situation der nuklearen Sicherheit im Kernkraftwerk Saporiyia konzentriert, dürfen wir die anderen Nuklearanlagen in einem Land, das sich im Krieg befindet, nicht vergessen», fügte er hinzu.
In der letztgenannten Anlage erhalten die sechs Reaktoren den für die Kühlung und andere wesentliche Funktionen der nuklearen Sicherheit und Sicherung benötigten externen Strom weiterhin über die verbleibende externe 750-Kilovolt-Leitung (kV).
Der IAEO zufolge zeigt jedoch die Erfahrung, dass sich dies jederzeit ändern» und eine gefährliche Wendung» nehmen kann. Deshalb hat sich Grossi bereit erklärt, eine Zone zum Schutz der nuklearen Sicherheit und der Gefahrenabwehr um die Anlage herum zu vereinbaren und umzusetzen, und zwar so bald wie möglich».
Vier der Reaktoren des Kraftwerks sind nach wie vor kalt abgeschaltet, während die beiden anderen heiß abgeschaltet sind, um die Anlage mit Dampf zu versorgen und die Bewohner von Energodar, darunter viele Kraftwerksarbeiter und ihre Familien, mit Wärme zu versorgen.






