
Die Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC) hat im Rahmen des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen darauf hingewiesen, dass 2021 in 29 Ländern der Region mehr als 4.400 Frauen Opfer von Femizid wurden.
Konkret wurden in 18 Ländern und Gebieten Lateinamerikas 4.445 Frauen ermordet, während in den karibischen Gebieten 28 Frauen ermordet wurden, was mindestens 12 gewaltsamen Todesfällen pro Tag entspricht.
Den Daten zufolge ist Honduras das Land mit der höchsten Rate an Femiziden (4,6 Fälle pro 100.000 Frauen), gefolgt von der Dominikanischen Republik (2,7 Fälle), El Salvador (2,4), Bolivien (1,8 Fälle) und Brasilien (1,7). Belize und Guyana waren die Länder mit den höchsten Femizidraten in der Karibik.
Der Bericht der Beobachtungsstelle für die Gleichstellung der Geschlechter in Lateinamerika und der Karibik (OIG), der von der ECLAC veröffentlicht wurde, warnt auch davor, dass die höchsten Raten von Femizid unter Jugendlichen und jungen Frauen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren zu verzeichnen sind.
So entfallen mehr als 4 Prozent der erhobenen Daten auf Mädchen unter 14 Jahren. Aus dem Text geht auch hervor, dass mindestens 781 Minderjährige ihre Eltern durch einen gewaltsamen Tod verloren haben, obwohl nur 10 Länder über diese Daten verfügen.
«Angesichts des statistischen Schweigens in den meisten Ländern waren es feministische Organisationen und Aktivistinnen, die damit begannen, Daten zusammenzustellen und Informationen über Femizide in mehreren Ländern der Region zu sammeln», heißt es in dem Bericht.
Die Statistiken, die «das Fortbestehen patriarchalischer, diskriminierender und gewalttätiger kultureller Muster» aufzeigen, geben einen Eindruck von der Situation in der Region, aber die Daten, so warnt die Organisation, müssen für die «Gestaltung umfassender öffentlicher Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen» genutzt werden.
«Die Zahlen, die wir heute zu den Femiziden in Lateinamerika und der Karibik vorlegen, sind inakzeptabel. Wir sind verpflichtet, unsere Anstrengungen zu verdoppeln, damit Frauen und Mädchen in unserer Region ihr Recht auf ein Leben frei von Gewalt und Diskriminierung wahrnehmen können», schloss das Exekutivsekretariat der ECLAC.






