
Die taiwanesischen Behörden schlossen am Samstag um 16.00 Uhr (Ortszeit) die Wahllokale für die Kommunalwahlen, bei denen sich nach Schätzungen der Fernsehsender ein enges Rennen um das Amt des Bürgermeisters der Hauptstadt Taipeh abzeichnete.
Es wird erwartet, dass mehr als 19 Millionen Menschen, darunter 760.000 Erstwähler, an den Kommunalwahlen in Taiwan am Samstag teilnehmen werden, bei denen auch ein Referendum über die Senkung des Mindestwahlalters von 20 auf 18 Jahre abgehalten wird.
Da die Wahlbehörden die ersten offiziellen Ergebnisse noch nicht veröffentlicht haben, haben die Fernsehsender der Insel bereits ihre Prognosen veröffentlicht, die sich allerdings auf die Neigung zu dem einen oder anderen Kandidaten stützen.
Obwohl die Vorhersagen politisch voreingenommen sind, hat die taiwanesische Agentur CNA eingeräumt, dass mehrere der Wahlrennen wahrscheinlich knapp ausfallen werden, insbesondere das Rennen in der Hauptstadt.
SET TV, das eher mit der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) sympathisiert, schlägt vor, dass der ehemalige Gesundheitsminister Chen Shih-chung die Kontrolle über Taipeh übernehmen könnte. Die TVBS, die der konservativen Nationalistischen Partei Chinas (KMT) nahesteht, favorisiert hingegen Chiang Wa-an.
Darüber hinaus bewerben sich laut CNA auch Ko Wen Je von der Volkspartei und Huang Shan Shan, ein unabhängiger Kandidat, um das Bürgermeisteramt in der Hauptstadt.
Die Wahllokale öffneten um 8.00 Uhr (Ortszeit) an einem Wahltag, an dem bis zu 11.000 Sitze in allen Gemeinderäten des Landes zur Wahl stehen, mit Ausnahme der Stadt Chiayi, wo das Wahlrennen nach dem Tod eines der Kandidaten verschoben wurde.
Trotz der Öffnung von mehr als 17 600 Wahllokalen sind einige Bürger bei der Stimmabgabe an der Wahlurne auf Hindernisse gestoßen, insbesondere nachdem das Zentrale Seuchenkommando (CECC) Geldstrafen von bis zu 62 000 Euro für COVID-19-Infizierte angekündigt hat, die die vorgeschriebene Quarantäne durchbrechen, um persönlich zu wählen.
Nach Angaben der Agentur ist in Taiwan derzeit keine Briefwahl oder ähnliches möglich, was bedeutet, dass Menschen mit dem Coronavirus strengstens von der Wahl ausgeschlossen sind. Der CECC schätzt, dass etwa 65.000 Menschen nicht an der Wahl teilnehmen konnten.
Bei der Wahl am Samstag geht es um die Bürgermeisterämter in den sechs größten Städten Taiwans: Taipeh, Neu-Taipeh, Taoyuan, Taichung, Tainan und Kaohsiung, sowie um die Bürgermeister und Landräte in 15 weiteren Städten und Landkreisen des Landes.
In Verbindung mit den Kommunalwahlen wurde auch ein Referendum über die Herabsetzung des Wahlalters auf 18 Jahre abgehalten, um die Teilnahme an öffentlichen Wahlen zu ermöglichen. Wenn das Referendum angenommen wird, ist eine Änderung der taiwanesischen Verfassung erforderlich.






