
Die ukrainische Regierung erklärte am Donnerstag, sie sei «keine neuen Verpflichtungen» eingegangen, um die Getreideexporte aus ihren Häfen zu reaktivieren, einen Tag nachdem Russland nach einer Reihe von «Garantien» aus Kiew seine Rückkehr zu dem Pakt angekündigt hatte.
«Unser Staat hat keine neuen Verpflichtungen übernommen, die über die im Getreideabkommen bereits bestehenden hinausgehen», sagte der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Oleh Nikolenko, in einer auf seinem Facebook-Account veröffentlichten Nachricht.
Er betonte, dass «die Ukraine den Getreidekorridor nicht für militärische Zwecke genutzt hat und auch nicht zu nutzen gedenkt» und fügte hinzu, dass Kiew «die Bestimmungen des Abkommens strikt einhält», bevor er Moskaus Behauptungen über «Garantien» zurückwies, dass der Korridor «nicht für militärische Zwecke genutzt wird».
Nikolenko erinnerte daran, dass «die Parteien versprochen haben, ein sicheres und zuverlässiges Umfeld für den Betrieb des Getreidekorridors zu gewährleisten», und bekräftigte, dass «die Ukraine die Route nie gefährdet hat». Außerdem lobte er die Tatsache, dass die Rückkehr Moskaus «dank der aktiven Diplomatie des UN-Generalsekretärs António Guterres und des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan» zustande gekommen sei.
«In Abstimmung mit der Ukraine haben sie Worte gefunden, die (der russische Präsident Wladimir) Putin verstanden hat. Es war eine Haltung der Stärke, kein Zugeständnis. Die Rückkehr Russlands zur Erfüllung seiner Verpflichtungen im Rahmen der Getreideinitiative ist ein anschauliches Beispiel für eine wirksame Formel. Eine entschlossene Haltung und entschlossenes Handeln zahlen sich aus», schloss er.
Zuvor waren am Donnerstag insgesamt sechs mit Getreide beladene Schiffe aus ukrainischen Häfen ausgelaufen, wie der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar im Rahmen der Vermittlungsbemühungen Ankaras mitteilte.
Stunden nach der Ankündigung vom Mittwoch, dass der Pakt reaktiviert wurde, warnte Putin, dass er Russland anweisen würde, aus dem Pakt wieder auszusteigen, wenn die Ukraine ihren Verpflichtungen, insbesondere im Bereich der Sicherheit, nicht nachkomme.
Die Vereinten Nationen und die Türkei waren vor der Unterzeichnung des Paktes im Juli und auch bei der Umsetzung der eingegangenen Verpflichtungen als Vermittler tätig. Erdogan hat seinerseits in den letzten Stunden eine neue Runde von Kontakten mit den Parteien eingeleitet, um eine Einigung über eine Verlängerung dieser Maßnahme zu erzielen.






