
Der finnische Justizkanzler, der mutmaßliche illegale Praktiken von Regierungsmitgliedern untersucht, hat ausgeschlossen, dass es sich bei den privaten Feiern von Ministerpräsidentin Sanna Marin um ein Fehlverhalten handelt, und es dem Parlament überlassen, mögliche moralische Auswirkungen solcher Feiern zu untersuchen.
Die Veröffentlichung von Videos im August veranlasste Marin, Fragen zu ihrem Verhalten zu stellen. Die 36-jährige Premierministerin verteidigte ihr Recht, sich privat zu amüsieren, und unterzog sich sogar einem Drogentest, um zu beweisen, dass sie keine illegalen Substanzen eingenommen hatte.
Der Justizkanzler hat in seinem Abschlussbericht erklärt, dass es sich dabei um Handlungen handelte, die Marin in ihrer Freizeit unternahm, und dass keiner der erhobenen Vorwürfe die Parteien «spezifisch» mit einer möglichen Unterlassung der dem Amt des Premierministers eigenen Amtspflichten in Verbindung brachte.
So habe er «keinen Grund zu der Annahme, dass die Premierministerin eine illegale Handlung begangen (…) oder ihre Pflichten nicht erfüllt hat», und er betonte, dass sich die Ermittlungen auf die Untersuchung der politischen und nicht der moralischen Implikationen des Falles konzentriert hätten. Der Bundeskanzler erinnerte daran, dass in einem parlamentarischen System wie dem finnischen letzteres Sache der Legislative ist.






