
Das libanesische Gesundheitsministerium hat seit dem ersten Choleraausbruch in Libanon seit 30 Jahren im vergangenen Monat 513 Cholerainfektionen gezählt, obwohl die Zahl der Todesopfer in den letzten elf Tagen konstant bei 18 geblieben ist und die Zahl der ins Krankenhaus eingelieferten Personen mit jedem Tag sinkt, von 82 auf 70 seit letztem Donnerstag.
Die 21 neuen Fälle, die in den letzten 24 Stunden gemeldet wurden, verdeutlichen jedoch die Schwere des Ausbruchs, die die libanesischen Behörden dazu veranlasst hat, am Dienstag eine dreiwöchige Impfkampagne zu starten, die mit dem Erhalt von 600.000 Dosen Impfstoff der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) zusammenfällt.
Darüber hinaus kündigten die Vereinten Nationen am Donnerstag ein Hilfspaket in Höhe von 9,5 Mio. USD (ein ähnlicher Betrag in Euro) an, um die Bemühungen des Landes im Kampf gegen die Cholera zu unterstützen, das zum Teil für die nationalen Maßnahmen der WHO, von UNICEF, dem UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) und anderen NRO bestimmt ist.
Die Behörden erinnern daran, dass die Krise noch nicht vorbei ist, vor allem in den am stärksten betroffenen Gebieten, in Akkar und im Norden, und in geringerem Maße auf dem Libanonberg, im Bekaa-Tal und in Baalbek-Hermel, zumal das libanesische Gesundheitsministerium rund 2.200 mögliche Verdachtsfälle beobachtet, die noch nicht bestätigt wurden.
Die Leiterin des Zentrums für medizinische Grundversorgung in Douris, Darine Al Ahmar, wies am Donnerstag im öffentlich-rechtlichen US-Sender NPR darauf hin, dass nach wie vor die Gefahr besteht, dass die Cholera-Bakterien in die Grundwasserleiter der entlegensten Gemeinden des Libanon gelangen könnten.
«Wir müssen bedenken, dass das Wasser im Bekaa-Tal zusammenhängt, und wenn es sich auf einen Grundwasserleiter ausbreitet, ist das gesamte Gebiet gefährdet», sagte Al Ahmar, der auch Mitglied der humanitären NRO Amel Association ist.
Es sei daran erinnert, dass die WHO das Gesamtrisiko eines Choleraausbruchs im Libanon auf nationaler Ebene als sehr hoch und auf regionaler Ebene als hoch eingestuft hat.
Darüber hinaus könnte die rasche Eskalation des Ausbruchs im Libanon angesichts der prekären sozioökonomischen Lage des Landes, des Mangels an humanitären Mitteln und der begrenzten Ressourcen der öffentlichen Einrichtungen besonders schwerwiegende Folgen haben, so die NRO Action Against Hunger.






