
Israelische Sicherheitskräfte töteten am frühen Montag eine junge Palästinenserin, nachdem sie in der Stadt Beitunia im Westjordanland in der Nähe von Ramallah auf ein Fahrzeug geschossen hatten, wie palästinensische Beamte mitteilten.
Das palästinensische Gesundheitsministerium teilte in einer Nachricht auf seinem Facebook-Account mit, dass es sich bei dem Opfer um Sana al Tal handelt, die «in den Kopf geschossen» wurde, und beschuldigte «israelische Besatzungssoldaten, die einen Einmarsch in Beitunia durchgeführt haben».
Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA eröffneten die Soldaten «ohne ersichtlichen Grund» das Feuer auf das Fahrzeug, töteten al-Tal und verletzten einen weiteren Insassen des Wagens, der von der Armee festgenommen wurde.
Ein Sprecher der israelischen Armee sagte, die Soldaten hätten ein verdächtiges Fahrzeug gesehen, das trotz eines Haltebefehls auf sie zugerast sei, woraufhin sie das Feuer eröffnet hätten, wie die israelische Tageszeitung Haaretz berichtete.
Laut WAFA haben die israelischen Streitkräfte in diesem Jahr bisher mehr als 200 Palästinenser getötet, davon 144 im Westjordanland und in Ostjerusalem, davon 50 in der Region Dschenin, mehr als 50 im Gazastreifen und vier in Israel.
Die Spannungen im Westjordanland haben in den letzten Monaten nach den jüngsten Anschlägen auf Israelis, bei denen fast 20 Menschen ums Leben kamen, zugenommen. Darüber hinaus haben die israelischen Sicherheitskräfte bei zahlreichen Razzien im Westjordanland und in Ostjerusalem fast 2.000 Verdächtige festgenommen.
Unabhängig davon erschoss ein israelischer Soldat einen israelischen Mann, den er an einer Bushaltestelle im Westjordanland für einen palästinensischen Terroristen hielt. Der Mann näherte sich «verdächtig» dem Soldaten, der das Feuer eröffnete und dabei einen Fußgänger verletzte.
Die israelische Polizei betonte, dass kein Verdacht bestehe, dass der Verstorbene ein Terrorist sei, und fügte hinzu, dass er wahrscheinlich «eine professionelle Diagnose» benötige, was auf mögliche psychologische Probleme hinweise, die ihn zu seinem «verdächtigen Verhalten» veranlasst haben könnten. Nach Angaben der Tageszeitung «Yedioth Ahronoth» trug der Mann ein Messer bei sich.






