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Die Taliban profitierten von der Vergabe von Unteraufträgen für Stadionbaumaschinen in Katar.

Ingrid Schulze

2022-11-27
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Bild der Fußballweltmeisterschaft in Katar – Virginie Lefour/BELGA/dpa

Eine Untersuchung der britischen Zeitung «The Telegraph» hat ergeben, dass die fundamentalistische Taliban-Bewegung beim Bau der WM-Stadien in Katar Millionen von Euro verdient hat, indem sie Teams für den Bau der Stadien untervergeben hat.

Nach Angaben von Vertretern des politischen Büros der Taliban in der katarischen Hauptstadt Doha verwendete die Bewegung Gelder im Zusammenhang mit den Friedensgesprächen mit den USA und den Vereinten Nationen, die seit 2013 in der Stadt stattfanden, um «schwere Maschinen für die Infrastruktur des Turniers zu kaufen und dann an Subunternehmer zu vergeben».

«Die Taliban haben viel in den Aufbau der Weltmeisterschaft investiert, und das Turnier war die Gans, die das goldene Ei gelegt hat. Sie haben ihnen Millionen gezahlt», so die Quelle der Zeitung, die während der Verhandlungen in der Stadt lebte, die schließlich mit der gewaltsamen Eroberung Afghanistans durch die Taliban im Jahr 2021 vereitelt wurden.

Das erwähnte Geld stammte aus «Stipendien», die Mitgliedern des politischen Büros der Taliban gewährt wurden, um im Land zu leben und die Verhandlungen zu erleichtern, und die schließlich zum Teil dazu verwendet wurden, diese Ausrüstung zu kaufen und dann zu einem viel höheren Preis weiterzuverkaufen.

«Einige besaßen sechs bis zehn schwere Maschinen und verdienten bis zu 11.000 Euro pro Maschine und Monat», so die Quelle.

Andere Quellen, ehemalige afghanische Diplomaten in Doha, sagten der Zeitung, dass diese Praxis «ein offenes Geheimnis» sei. «Das politische Büro der Taliban wurde vom katarischen Regime gut bezahlt und investierte diese Gehälter in Baumaterial für die Fußballweltmeisterschaft», heißt es weiter.

Die katarische Regierung hat gegenüber «The Telegraph» lediglich erklärt, dass «das politische Büro (der Taliban) und seine Aktivitäten mit den Vereinigten Staaten koordiniert wurden, die alle Vorkehrungen in vollem Umfang überblicken konnten», und versichert, dass «alle ergriffenen Maßnahmen und getroffenen Vorkehrungen den Verpflichtungen Katars nach internationalem Recht und den einschlägigen Gesetzen und Vorschriften entsprachen».

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