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Sarkozy geht erneut vor Gericht, um gegen seine Verurteilung wegen Korruption im Jahr 2021 Berufung einzulegen

Ingrid Schulze

2022-12-05
Archiv
Archiv – Nicolas Sarkozy geht vor Gericht und sagt aus (Archiv) – ALEXIS SCIARD / ZUMA PRESS / CONTACTOPHOTO

Der ehemalige französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat am Montag vor dem Pariser Berufungsgericht sein Plädoyer gehalten, nachdem er wegen Korruption und Bestechung im Zusammenhang mit einer Abhöraktion zu drei Jahren Haft verurteilt worden war.

Zusammen mit seinem Anwalt Thierry Herzog und dem ehemaligen Richter Gilbert Azibert, die in demselben Fall zu ähnlichen Strafen verurteilt wurden, ist der ehemalige französische Präsident in einem Prozess, der bis zum 16. Dezember dauern wird, wieder vor Gericht erschienen.

«Ich bin hier, um meine Ehre zu verteidigen, die unter nicht sehr glaubwürdigen Bedingungen mit Füßen getreten wurde», sagte er bei seiner Ankunft und fügte hinzu, dass er die Gerichte davon überzeugen wolle, dass er «nichts getan» habe, so das Nachrichtenportal Ouest France.

Sarzoky wurde im März 2021 wegen Korruption und Bestechung verurteilt, nachdem die französische Justiz es als erwiesen ansah, dass er seine Position ausgenutzt hatte, um Informationen über eine Untersuchung zu erhalten.

Die Staatsanwaltschaft wirft Sarkozy vor, 2014 versucht zu haben, über Herzog geheime Informationen zu erhalten, wofür er angeblich Azibert, der damals am Kassationsgerichtshof tätig war, benutzt hat. Nach Angaben der Ermittler hat der ehemalige Präsident Azibert einen Posten in Monaco angeboten, um Informationen über einen offenen Fall von mutmaßlich unregelmäßiger Wahlkampffinanzierung zu erhalten.

Die Vorwürfe beruhen auf privaten Telefongesprächen zwischen Sarkozy und Herzog. Der ehemalige Präsident, der jegliches Fehlverhalten bestritt, versuchte, die Aufnahmen als gültiges Beweismaterial im Prozess abzulehnen und behauptete, sie seien unrechtmäßig angefertigt worden.

Sarkozy, der Frankreich von 2007 bis 2012 regierte, war der erste ehemalige Staatschef, der auf der Anklagebank saß. Sein Vorgänger Jacques Chirac wurde zwar 2011 ebenfalls zu zwei Jahren Haft für Verbrechen verurteilt, die er während seiner Zeit als Bürgermeister von Paris begangen hatte, kam aber aus gesundheitlichen Gründen nicht vor Gericht.

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