
Die Hongkonger Justiz verurteilte am Samstag den Medienmogul Jimmy Lai zu fünf Jahren und neun Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von zwei Millionen Hongkong-Dollar (rund 244.000 Euro).
Lai wurde im Oktober in zwei Fällen des Betrugs für schuldig befunden. Laut Bloomberg beinhaltet die Verurteilung auch ein Verbot, in den nächsten acht Jahren ein Geschäft zu betreiben.
Obwohl Lai auf nicht schuldig plädiert hat, den Sitz eines früheren Unternehmens für nicht näher bezeichnete Zwecke genutzt zu haben, hat die Staatsanwaltschaft festgestellt, dass die Aktivitäten des Tycoons seiner inzwischen eingestellten Zeitung «Apple Daily» zugute gekommen wären.
In diesem Betrugsfall versucht die Staatsanwaltschaft auch, die illegalen Gewinne des 75-jährigen Medienmagnaten zu beschlagnahmen, wie die lokale Zeitung «The South China Morning Post» berichtet.
Das Urteil gegen Lai reiht sich ein in die wachsende Liste bekannter Dissidenten, die von den Behörden in der Region inhaftiert wurden. Auch die «Apple Daily» wurde im vergangenen Jahr unter dem Druck eines von China ausgearbeiteten nationalen Sicherheitsgesetzes eingestellt.
Lai hat bereits 20 Monate wegen seiner Teilnahme an nicht genehmigten Versammlungen während der Proteste gegen die Regierung im Jahr 2019 verbüßt. Der pro-demokratische Aktivist sieht sich auch mit Anklagen im Rahmen der oben genannten Sicherheitsgesetze konfrontiert, darunter die Verabredung zur Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften.






