
Französische und marokkanische Fans standen am Mittwoch im Mittelpunkt der ersten Spannungen nach dem Ausscheiden der französischen Nationalmannschaft gegen Marokko im Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar, für das die Regierung angesichts möglicher schwerer Ausschreitungen eine starke Polizeipräsenz aktiviert hat.
In Nizza beschimpfte eine Gruppe vermummter Fans die marokkanischen Fans, die sich gegenseitig mit Fackeln bewarfen. Mehrere vermummte Männer verfolgten die Marokkaner und riefen «Araber raus», wie die Zeitung Le Figaro berichtet.
In Nantes versammelten sich zahlreiche Fans beider Seiten und zündeten Feuerwerkskörper, wobei es bisher in keinem der französischen Departements zu Festnahmen oder Verletzungen gekommen ist.
Währenddessen gingen Tausende von Fans in der französischen Hauptstadt Paris auf die Straße. Die von einem starken Polizeiaufgebot bewachte Menge versammelte sich mit Fahnen und Fackeln auf den Champs Elysees, um den Sieg der französischen Mannschaft zu feiern, die den vor vier Jahren gewonnenen Titel wiederholen und den dritten in ihrem Trophäenschrank erringen will.
In anderen Teilen des Landes, wie z. B. in Bordeaux, sind die Fans auch mit Fackeln, Feuerwerkskörpern und Rauchbomben auf die Straße gegangen, die in Departements wie Aquitaine und Alpes-Maritimes verboten sind.
Die französische Regierung hat 10.000 Polizisten und Gendarmen mobilisiert, um möglichen Unruhen nach dem Spiel zu begegnen. Allein in der Region Paris werden 5.000 Beamte im Einsatz sein.
Die von Macron geführte Exekutive rechnet daher mit möglichen Mobilisierungen wie am Samstag, als die französische und die marokkanische Mannschaft ihre jeweiligen Viertelfinalspiele gewannen. In ganz Frankreich wurden rund 170 Personen festgenommen, davon etwa hundert in Paris.






