
Die iranischen Sicherheitskräfte gingen zwischen Oktober und November dieses Jahres mit «exzessiver und ungesetzlicher tödlicher Gewalt» gegen Demonstranten vor, so die Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch (HRW) am Mittwoch.
«Die iranischen Behörden sind seit September mit alarmierender Gewalt gegen Demonstranten in Sanandaj vorgegangen», sagte Tara Sepehri Far, Senior Iran Researcher bei HRW.
«Sowohl die Proteste als auch die brutale Reaktion der Regierung auf diese spiegeln die langjährige Unterdrückung der kulturellen und politischen Freiheiten des kurdischen Volkes durch die Regierung wider», fügte sie hinzu.
Sie forderte die UN-Untersuchungsmission für den Iran auf, die Übergriffe im Rahmen eines Berichts über Menschenrechtsverletzungen gegen «meist friedliche Demonstranten im ganzen Land» zu untersuchen.
Die HRW-Ermittler erklärten, dass die Sicherheitskräfte exzessiv und mit tödlicher Gewalt gegen Regierungsgegner vorgegangen seien, was gegen die internationalen Menschenrechtsbestimmungen verstoße, so die Analyse von Videos und Fotos, die im fraglichen Zeitraum in den sozialen Medien veröffentlicht wurden.
Darüber hinaus hat die Organisation 14 Opfer und Zeugen befragt, darunter drei ehemalige Häftlinge und Angehörige von Häftlingen.
Die Beamten, die Berichten zufolge Schrotflinten und Sturmgewehre benutzten, feuerten angeblich mit scharfer Munition, Kügelchen und Tränengas auf Demonstranten und Häuser und zerstörten Privateigentum.
Die Sicherheitskräfte können gegen einzelne Demonstranten, die Gewalttaten begehen, angemessen vorgehen, doch rechtfertigt dies nicht die übermäßige Gewaltanwendung der Sicherheitskräfte, prangert die NRO an.
In der Zwischenzeit hat die Organisation Misshandlungen von Häftlingen, darunter auch Frauen und Kinder, dokumentiert. Zu diesen Verstößen gehören willkürliche Inhaftierung, Folter, Misshandlung, Drohungen oder sexuelle Übergriffe.
«Die iranischen Behörden haben die Misshandlungen von inhaftierten Demonstranten drastisch verschärft», beklagte Sepehri Far, bevor er darauf hinwies, dass Regierungen, die den Iran für Rechtsverletzungen zur Rechenschaft ziehen wollen, den Misshandlungen von Inhaftierten besondere Aufmerksamkeit schenken sollten.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






