
Der Unterausschuss für verfassungsrechtliche Anklagen (SAC) des peruanischen Kongresses hat am Donnerstag eine neue Verfassungsklage gegen den ehemaligen Präsidenten Pedro Castillo zugelassen, weil er angeblich einen Beschluss des Andenparlaments falsch interpretiert hat.
Mit 13 Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und keiner Enthaltung wird sich der SAC mit der Verfassungsklage befassen, die von der konservativen Bank Avanza País eingebracht wurde, der auch der ehemalige Ministerpräsident Aníbal Torres und mehrere Mitglieder seines Kabinetts angehören, darunter die ehemalige Ministerpräsidentin Betssy Chávez, berichtet «La República».
Laut der Kongressabgeordneten Rosselli Amuruz, die gemeinsam mit anderen Kongressabgeordneten derselben Partei für die Maßnahme geworben hat, hat die Exekutive die ablehnende Haltung des Kongresses in Bezug auf eine von der Regierung gestellte Vertrauensfrage falsch interpretiert.
Laut Amuruz behauptete der damalige peruanische Präsident, der Kongress habe die Vertrauensfrage abgelehnt, obwohl die Entscheidung nicht im Parlament zur Abstimmung stand, sondern direkt von der Abgeordnetenkammer abgelehnt wurde.
Wegen dieser angeblichen Auslegung beschuldigte Avanza País fast die gesamte Regierung, gegen die Verfassung verstoßen zu haben, da nur der Kongress und nicht die Exekutive befugt sei, die Bedeutung ihrer Entscheidung auszulegen, und somit einen Verfassungsbruch begangen habe.
Die Ereignisse ereigneten sich, nachdem der damalige Ministerrat unter dem Vorsitz von Aníbal Torres eine Reform des Gesetzes über die Durchführung von Volksabstimmungen vorgeschlagen hatte, die de facto die Befugnisse des Parlaments zugunsten häufigerer Volksabstimmungen zur Durchsetzung der von der Regierung vorgeschlagenen Initiativen einschränkte.
Unterdessen hat die SAC bereits eine Verfassungsbeschwerde der Generalstaatsanwaltschaft gegen den ehemaligen peruanischen Präsidenten zugelassen, in der ihm vorgeworfen wird, der Kopf einer kriminellen Organisation innerhalb der Regierung zu sein.
Der Staatsanwaltschaft zufolge soll Castillo der Kopf einer kriminellen Organisation sein, die im Ministerium für Verkehr und Kommunikation in Komplizenschaft mit Juan Silva, dem ehemaligen Minister dieses Ressorts, mit dem ehemaligen Wohnungsbauminister Geiner Alvarado sowie mit Beamten der Provías Nacional und Provías Descentralizado, dem Präsidialamt sowie Geschäftsleuten und Dritten tätig ist, um das Tarata III-Brückenkonsortium und andere Unternehmen bei öffentlichen Ausschreibungen zu begünstigen.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






