
Das Rettungsschiff «Sea Eye 4» der deutschen Nichtregierungsorganisation Sea Eye hat am Freitag in einem Hafen der Stadt Livorno an der Westküste Italiens angelegt, wo insgesamt 108 im Mittelmeer gerettete Migranten an Land gegangen sind.
Die «Sea Eye 4» rettete die Migranten, darunter mehrere unbegleitete Kinder, aus prekären Booten im zentralen Mittelmeer und vor der Küste Libyens. Die Migranten sind inzwischen den Behörden übergeben worden.
Das deutsche Schiff musste eine längere Reise als nötig antreten, weil die italienische Regierung die Ausschiffung nicht in einer Stadt im Süden des Landes ermöglichte, sondern im Hafen von Livorno im Norden.
Ein anderes deutsches Schiff, die «Rise Above» der NRO Mission Lifeline, befindet sich ebenfalls in einer ähnlichen Situation und steuert den Hafen von Taranto in Süditalien im Ionischen Meer an. Die Ausschiffung des Schiffes ist für Heiligabend geplant.
Ursprünglich sollte die «Rise Above» mit mehr als 80 Migranten an Bord im Hafen von Roccella Ionica auf der Halbinsel Kalabrien anlegen, aber die italienischen Behörden änderten schließlich ihre Meinung und wiesen ihr den Hafen von Taranto zu, der Dutzende von Seemeilen entfernt liegt.
Die Organisation hat davor gewarnt, dass dem Schiff der Treibstoff ausgehen könnte. «Wir wissen nicht, ob wir es bis Taranto schaffen werden», warnte Mission Lifeline auf ihrem Twitter-Profil.
Die italienischen Behörden haben in den letzten Wochen mehrere Boote an entfernte Häfen verwiesen. Nichtregierungsorganisationen glauben, dass hinter diesen Entscheidungen eine Taktik der Regierung der rechtsextremen Giorgia Meloni gegen den Einsatz von zivilen Rettungskräften steckt.
«Unsere Befürchtungen, dass die Rettungskapazitäten in den Suchgebieten absichtlich reduziert werden, scheinen sich zu bestätigen», prangerte die NGO Mission Lifeline an.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






