
Die sudanesische Staatsanwaltschaft hat die Einleitung einer Untersuchung über die mögliche Verwendung illegaler Munition bei der Niederschlagung der jüngsten Proteste gegen die Armee angekündigt, die seit mehr als einem Jahr als Reaktion auf den Putsch vom November 2021 andauern.
«Die Staatsanwaltschaft hat mir mitgeteilt, dass unser Antrag angenommen und ein Untersuchungsausschuss unter der Leitung von Tahir Abdelrahman, dem Chefankläger des Büros der Märtyrer, gebildet wurde», sagte der Anwalt und Aktivist Mez Hadrat, wie das Nachrichtenportal Sudan Tribune berichtet.
Hadrat hatte eine Untersuchung des möglichen Einsatzes von mit Steinen, Nägeln und Glas gefüllten Tränengaskanistern durch die Sicherheitskräfte beantragt, die zwischen dem 23. und 24. November zum Tod von zwei Demonstranten geführt haben sollen.
Das sudanesische Zentralkomitee der Ärzte (CCSD) hat wiederholt über Verletzungen durch den Einsatz solcher Geräte berichtet, was Anwälte und Aktivisten dazu veranlasst hat, ein Verbot des Einsatzes dieser Geräte zu fordern. Hadrat sagte, der Antrag sei als Reaktion auf die «signifikante Zunahme von Todesfällen und Verletzungen durch diese gefährlichen Geschosse» gestellt worden.
Die Militärbehörden und mehrere politische Parteien und zivilgesellschaftliche Organisationen haben vor kurzem ein «Rahmenabkommen» unterzeichnet, um den Übergangsprozess wieder in Gang zu bringen, der nach dem Staatsstreich des Armeechefs und Vorsitzenden des Souveränen Übergangsrats, Abdelfattah al-Burhan, im Jahr 2021 schwer angeschlagen war, mit dem Ziel, innerhalb von zwei Jahren Wahlen abzuhalten.
Al Burhan führte im Oktober 2021 einen Putsch an, der den Übergangspremierminister Abdullah Hamdok absetzte, der nach einer Vereinbarung zwischen der früheren Militärjunta und verschiedenen zivilen Organisationen und Oppositionsgruppen ernannt worden war.
Hamdok, der nach dem Aufstand inhaftiert war, kehrte zwar im November 2021 nach einer unter internationalem Druck geschlossenen Vereinbarung mit Al Burhan ins Amt zurück, trat aber schließlich zurück, nachdem er die blutige Niederschlagung der Anti-Putsch-Demonstrationen in dem afrikanischen Land angeprangert hatte, bei der mehr als hundert Menschen durch die Sicherheitskräfte ums Leben kamen.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






