
Das ukrainische Infrastrukturministerium hat die russischen Behörden beschuldigt, die Inspektion von Schiffen, die für Getreideexporte aus ukrainischen Häfen bestimmt sind, zu verhindern und so mehr als fünf Millionen Tonnen Getreide in der türkischen Bosporusstraße zu blockieren.
Das Infrastrukturministerium hat auf seinem offiziellen Facebook-Account gepostet, dass bereits fast hundert Frachtschiffe auf ihre Inspektion warten, eine Aufgabe, die in dem im Juli zwischen Russland und der Ukraine vereinbarten Pakt unter Mitwirkung der Türkei und der Vereinten Nationen als wesentlich festgelegt wurde.
Nach Angaben Kiews warten die meisten der mehr als 70 Schiffe auf die Erlaubnis, in ukrainische Häfen im Schwarzen Meer einlaufen zu dürfen, um Ladung aufzunehmen. Weitere 25 haben bereits Tausende von Tonnen an Bord.
Die ukrainische Seite hat Moskau nicht nur vorgeworfen, die Zahl der Inspektionsgruppen zu verringern, sondern auch die Anforderungen an die Unterlagen zu erhöhen, die Schiffe vorlegen müssen, um Zugang zum Schwarzen Meer zu erhalten. «Nur sechs von zehn geplanten Inspektionen finden täglich statt», beklagten sie.
Dennoch hat das Ministerium für Infrastruktur hervorgehoben, dass in den letzten zwei Tagen elf Frachtschiffe von den Häfen in Odessa, im äußersten Südwesten der Ukraine, landwirtschaftliche Erzeugnisse nach Afrika, Asien und Europa exportieren konnten.
Unter diesen Schiffen ragt die «Alanda Star» heraus, die fast 31.000 Tonnen Getreide nach Ägypten transportiert hat, oder die «Eurochampion», die weitere 45.000 Tonnen zu Häfen in Indien gebracht hat.
Nach Schätzungen der ukrainischen Regierung sind seit Anfang August insgesamt 605 Frachtschiffe mit fast 16 Millionen Tonnen Lebensmitteln an Bord aus den Häfen von Odessa ausgelaufen, die für Länder in Asien, Europa und Afrika bestimmt waren.
Russland und die Ukraine haben sich Ende Juli unter Vermittlung der Türkei und der Vereinten Nationen darauf geeinigt, die Ausfuhr von ukrainischem Getreide und russischen Düngemitteln über das Schwarze Meer zuzulassen. Dies war einer der ersten Punkte der Verständigung zwischen den Kriegsparteien, auch wenn sie immer wieder unterbrochen wurde.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






