
Die lettischen Behörden meldeten am Donnerstag die Verhaftung eines ihrer Landsleute, eines Journalisten der russischen Nachrichtenagentur Sputnik, wegen angeblicher Spionage und Verstoßes gegen die von der Europäischen Union als Vergeltung für den Einmarsch in der Ukraine gegen Russland verhängten Sanktionen.
Der lettische Staatssicherheitsdienst (VDD) teilte mit, dass die Aktivitäten des Verdächtigen «seit langem» überwacht worden seien. Er arbeitet für die Kreml-eigene Agentur Sputnik und gilt als Verbreiter von Botschaften, die den Interessen der russischen Regierung entsprechen, darunter auch Botschaften, die «Lettland und seine Verbündeten diskreditieren».
Der Inhaftierte hat laut VDD «eine führende Position» in diesem Medienunternehmen inne, da er für die Organisation und Verwaltung von Inhalten zuständig ist. Er kehrte Ende 2022 nach Lettland zurück, nachdem er «mehrere Jahre» in Russland gelebt und gearbeitet hatte.
Der VDD betonte, dass dieses «Kreml-Propagandamedium» nach der russischen Invasion in der Ukraine in den EU-Mitgliedstaaten gesperrt wurde, weil es «militärische Aggressionen und Aktionen zur Destabilisierung der Lage in anderen europäischen Ländern rechtfertigt».
Nach Angaben der Agentur handelt es sich bei dem Inhaftierten um Marat Kasem, Chefredakteur von Sputniks litauischem Ableger, der nach einer vorläufigen Gerichtsverhandlung in ein Haftzentrum in der lettischen Hauptstadt Riga gebracht wurde. Die ihm vorgeworfenen Spionagedelikte können zu einer Haftstrafe von 20 Jahren führen.
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Zakharova, verurteilte die Verhaftung als «Racheakt», der typisch für «diktatorische Regime» sei, und erinnerte Lettland daran, dass dies auch eine Verletzung seiner internationalen Verpflichtungen in Bezug auf die Meinungsfreiheit darstelle.
Im Januar 2020 hatte der VDD bereits mehrere lettische Bürger verhaftet, weil sie Inhalte für Sputnik und Baltnews erstellt hatten, die beide dem Medienkonglomerat Rossiya Segodnya gehören, dessen Direktor Dmitry Kiseliov von der EU wegen seiner Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und seiner Unterstützung des Krieges in der Ukraine sanktioniert wurde.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






