
Österreichs ehemaliger Vizekanzler und ehemaliger Vorsitzender der rechtsextremen Freiheitlichen Partei (FPÖ), Heinz-Christian Strache, wurde am Dienstag erneut von einer 15-monatigen Bewährungsstrafe wegen eines Korruptionsdelikts freigesprochen.
In dem Fall, in dem er freigesprochen wurde, geht es um Spenden in Höhe von rund 12.000 Euro, die seine Partei zwischen 2016 und 2017 vom Geschäftsführer eines Wiener Privatkrankenhauses als Gegenleistung für seine Manöver zur Änderung des Gesetzes und zur Begünstigung des Privatgeschäfts dieser Person, eines Freundes von ihm, erhalten haben soll.
Im August letzten Jahres wurde dasselbe Urteil aufgehoben und der Prozess musste wiederholt werden, weil das Gericht der Ansicht war, dass eine Reihe von Nachrichten, die Strache entlasten würden, der einen Monat zuvor von einem anderen Korruptionsdelikt freigesprochen worden war, bei dem es um verdächtige Spenden an eine seiner Partei nahestehende Gruppe ging, nicht ausreichend bewertet worden waren.
Diesmal hat der Richter argumentiert, dass es keine ausreichenden Beweise dafuer gibt, dass Strache wusste, dass die FPO eine solche Spende vor dem Engagement der Partei fuer die Gesundheitsreform erhalten hatte. Neben dem Rechtsextremisten wurde auch der Eigentümer der Klinik freigesprochen.
Dies ist nicht der erste Korruptionsfall, in dem Strache freigesprochen wurde: Im Juli letzten Jahres wurde er auch vom Vorwurf freigesprochen, er habe einem Geschaeftsmann einen Sitz im Aufsichtsrat der staatlichen Autobahngesellschaft Asfinag als Gegenleistung fuer Spenden an die FPO angeboten.
Diese Angelegenheit steht im Mittelpunkt eines Untersuchungsausschusses im österreichischen Parlament, der sich mit dem sogenannten «Ibizagate»-Korruptionsskandal befasst, der aufgedeckt wurde, als die FPÖ Teil der Koalitionsregierung des ehemaligen Bundeskanzlers Sebastian Kurz war, der auch in andere Korruptionsfälle verwickelt war, die schließlich zu seinem politischen Sturz im Jahr 2021 führten.
Ibizagate» wurde im Mai 2019 mit der Veröffentlichung eines Videos ausgelöst, in dem Strache und seine «Nummer Zwei» in der FPÖ, Johann Gudenus, zu sehen sind, wie sie von einer Frau verführt werden, die sich als Nichte eines russischen Oligarchen ausgibt und ihnen im Gegenzug für öffentliche Aufträge eine positive Berichterstattung anbietet.
Der Skandal zwang Kurz, den FPÖ-Innenminister Herbert Kickl zu entlassen, woraufhin das restliche FPÖ-Kabinett zurücktrat, was zur Auflösung der Regierung und zu Neuwahlen führte.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






