
Die Menschenrechtsgruppe Rawadari veröffentlichte am Montag einen Bericht, in dem sie die willkürliche Inhaftierung von fast 2.000 Menschen in dem von den Taliban kontrollierten Afghanistan zwischen August 2021 – als die Machtübernahme der fundamentalistischen Gruppe in Kabul bestätigt wurde – und November 2022 behauptet.
«Die Verletzung des Rechts auf Freiheit und Sicherheit der Person ist eine der größten Herausforderungen und Sorgen in Afghanistan unter dem De-facto-Taliban-Regime. Diese Verhaftungen haben eine Atmosphäre des Terrors und der Angst unter den afghanischen Bürgern geschaffen», heißt es in dem Bericht.
Mindestens 1.976 Personen wurden in 29 Provinzen Afghanistans irregulär festgenommen, darunter 136 Frauen und vier Minderjährige. Bei den meisten Opfern handelt es sich um ehemalige Regierungsmitarbeiter, Aktivisten, Journalisten, Religionsgelehrte, Minderheiten und Menschenrechtsverteidiger.
Unter den Inhaftierten befinden sich dem Bericht zufolge auch Frauen, die für die Wiederherstellung ihrer Rechte protestieren, und Zivilisten, die beschuldigt werden, mit dem Widerstand der Nationalen Widerstandsfront in Verbindung zu stehen.
Diese Verhaftungen finden in einem rechtsfreien Raum statt, in dem die Bürger nicht wissen, welche früheren Gesetze in Kraft sind, welche eingehalten werden und welche außer Kraft gesetzt worden sind. Aufgrund der Undurchsichtigkeit und des eingeschränkten Zugangs zu Informationen sei es mehr als wahrscheinlich, dass die Zahl der Verhaftungen noch höher ausfallen werde, bedauert er.
Während die Taliban auf eine Stellungnahme zu diesem jüngsten Bericht warten, haben sie bei früheren Gelegenheiten und angesichts ähnlicher Arbeiten von Menschenrechtsorganisationen und sogar der Vereinten Nationen diese Anschuldigungen zurückgewiesen.
Seit die Taliban im August 2021 mit der blitzartigen Eroberung von Kabul die Macht in Afghanistan wiedererlangt haben, wurden den afghanischen Frauen die wenigen Fortschritte und Rechte genommen, die sie erreicht hatten, obwohl sie versprochen hatten, nicht zu der Politik zurückzukehren, die sie in den 1990er Jahren betrieben hatten.
Seitdem haben sie neue Gesetze erlassen, die Mädchen und Frauen den Zugang zu Bildung verwehren, sowie andere Maßnahmen, die sie daran hindern, sich frei zu bewegen oder gar in humanitären Organisationen zu arbeiten, von denen fast die gesamte afghanische Bevölkerung abhängig ist.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






