
Die tunesische Regierung hat die internationale Kritik an den jüngsten Verhaftungen von Oppositionellen in Tunesien als «voreilig» und «unverschämt» zurückgewiesen und betont, dass diese die Unabhängigkeit der Justiz «untergraben».
Der tunesische Außenminister Nabil Amar erklärte gegenüber der staatlichen tunesischen Nachrichtenagentur TAP, die Kritik «einiger ausländischer Parteien» sei «unzutreffend» und die Verhaftungen seien Teil «ernster Fälle», die die «nationale Sicherheit» beträfen.
Er betonte, dass diese Verhaftungen «nichts mit politischen oder Menschenrechtsaktivitäten zu tun haben». «Politische Aktivisten und Menschenrechtsverteidiger bleiben verantwortungsvolle Bürger, die alle ihre Rechte genießen», sagte er.
Amar wies «bestimmte Parteien» darauf hin, dass Tunesien sich nie zu Gerichtsverfahren in anderen Ländern gegen Geschäftsleute, Politiker, Parlamentarier oder Journalisten geäußert habe, und lehnte «jede Einmischung» in die inneren Angelegenheiten des Landes und jeden Versuch der «Beeinflussung» des Justizapparats ab.
Saied wies seinerseits darauf hin, dass die Behörden «die Menschenrechte respektieren», obwohl er argumentierte, dass «wenn es sich um eine Verschwörung gegen den Staat handelt, es nicht mehr um Rechte geht». In diesem Zusammenhang prangerte er erneut die angeblichen Aktivitäten zur «Spaltung des Staates» an, wie der tunesische Radiosender Mosaique FM berichtete.
Die Reaktion der tunesischen Behörden folgt auf die in den letzten Stunden von den Vereinten Nationen und der Europäischen Union (EU) geäußerte Kritik an der Verhaftungskampagne gegen Oppositionelle wie Nurredin Bhiri, ein führendes Mitglied der islamistischen Partei Ennahda, und Zahr al Akram. Unter den Festgenommenen befindet sich auch der Direktor des Radiosenders Mosaique FM, Nurredin Butar.
Saied hat eine Reihe von Maßnahmen zur Reform des politischen Systems in Tunesien durchgesetzt, darunter ein Verfassungsreferendum, das trotz des Boykotts der Opposition angenommen wurde und die Befugnisse des Präsidenten stärkt. Die Opposition hat den autoritären Kurs des Präsidenten angeprangert und seinen Rücktritt gefordert, insbesondere nach der sehr niedrigen Wahlbeteiligung bei den Parlamentswahlen im Dezember und Januar.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






