
Das iranische Außenministerium hat am Montag den deutschen Botschafter in Teheran, Hans Udo Muzel, wegen der Unterstützung von Bundeskanzler Olaf Scholz für die Proteste in seinem Land nach dem Tod von Mahsa Amini vorgeladen.
Das Ministerium hat Deutschland für eine mögliche künftige Krise in den bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern verantwortlich gemacht, die auf die «interventionistischen und unkonstruktiven Äußerungen» der deutschen Bundeskanzlerin zurückzuführen sei.
Sie versicherte, dass die deutsche Regierung die Maßnahmen überwacht, um «eine angemessene Antwort auf der Grundlage nationaler Interessen» zu geben, so die Nachrichtenagentur Irna.
Der Sprecher des Außenministeriums, Nasser Kanaani, bezeichnete die Äußerungen von Scholz am Sonntag als «provokativ, aufdringlich und undiplomatisch», die die historischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern sabotierten.
«Wir empfehlen der deutschen Regierung, einen Weg zurück zur Diskretion zu finden, um eine weitere Störung der bilateralen Beziehungen zu vermeiden», sagte Kanaani, dessen Regierung die Sicherheitskräfte für die Proteste verantwortlich macht und den Großteil der Proteste auf die Aktionen ausländischer Mächte schiebt.
In einem Podcast kritisierte Scholz scharf den Umgang der iranischen Regierung mit den Protesten gegen den Tod der jungen Mahsa Amini, bei denen nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen rund 330 Menschen ums Leben gekommen sind.
«Was ist das für eine Regierung, die auf ihr eigenes Volk schießt?», fragte Scholz und fügte hinzu, dass jeder, der so handle, mit Widerstand rechnen müsse.






