
Die Europäische Kommission hat Ungarn gewarnt, dass es keinen Sinn macht, Sanktionen gegen russisches Öl mit Engpässen im Land in Verbindung zu bringen. Damit reagierte sie auf die Ankündigung der ungarischen Regierung vom Mittwoch, ihre eigene Preisobergrenze für Treibstoff von 480 ungarischen Forint (1,17 Euro) aufzuheben und Brüssel zu beschuldigen, die Versorgungssicherheit nicht gewährleistet zu haben.
«Ungarn ist von unseren Ölsanktionen ausgenommen, daher macht es keinen Sinn, uns zum Sündenbock zu machen», sagte Kommissionssprecher Eric Mamer am Donnerstag auf einer Pressekonferenz als Reaktion auf Äußerungen des ungarischen Regierungssprechers Gergely Gulyas, der die EU beschuldigte, durch die Sanktionen die ungarische Energieversorgung zu stören.
Der Sprecher für europäische Finanzdienstleistungen, Daniel Ferrie, erinnerte daran, dass die G7-Ölpreisobergrenze Ungarns Fähigkeit, Öl über seine Pipelines einzuführen, nicht beeinträchtigt, da sie nur für Öl gilt, das auf dem Seeweg eingeführt wird.
Daher könne Ungarn weiterhin russisches Rohöl über Pipelines importieren, wobei die Ausnahmeregelungen des EU-Sanktionsrahmens die Versorgungssicherheit gewährleisteten. Die Ölpreisobergrenze der G7 sei zudem speziell darauf ausgerichtet, die Einnahmen Russlands weiter zu verringern und gleichzeitig die Stabilität des globalen Energiemarktes durch die Kontinuität der Versorgung zu erhalten.
Was Erdölprodukte wie raffiniertes Öl betrifft, so erinnerte der Sprecher daran, dass die europäischen Sanktionen, die diese betreffen, noch nicht in Kraft getreten sind. Daher ist es «unmöglich», dass die EU-Sanktionen die Versorgung Ungarns beeinträchtigen, das bis zum 5. Februar weiterhin raffiniertes Öl beispielsweise aus der Slowakei importieren kann.






