
Kolumbien hat am Freitag den Internationalen Gerichtshof (IGH) ersucht, den Vorschlag Nicaraguas abzulehnen, seinen Festlandsockel im Rahmen des Streits zwischen den beiden Ländern in Den Haag über kolumbianisches Gebiet auszudehnen.
«Wir fordern den Gerichtshof auf, den Antrag Nicaraguas auf Abgrenzung des Festlandsockels rundweg abzulehnen», sagte die Vertreterin Kolumbiens, Carolina Olarte, laut der Zeitung El Tiempo.
Bogotá bekräftigte am Freitag in einer neuen Runde der mündlichen Verhandlung seine Position und argumentierte, dass sich der Festlandsockel eines Landes nach dem Gewohnheitsrecht nicht über 200 Seemeilen in Richtung eines anderen Staates erstrecken kann.
Laut «El Colombiano» berät das Haager Tribunal über eine Klage Nicaraguas auf Anerkennung des Festlandsockels jenseits der 200 Seemeilen vor seiner Küste, über die innerhalb von sechs Monaten entschieden werden soll.
Dasselbe Gericht hat 2012 ein Urteil erlassen, in dem es die kolumbianische Souveränität über die Inselgruppen San Andrés, Providencia und Santa Catalina anerkennt, gleichzeitig aber die Hoheitsgewässer Nicaraguas an allen Grenzpunkten in der Karibik auf 200 Seemeilen ausweitet.
Kolumbien weigerte sich, dem Urteil Folge zu leisten, und kündigte sogar den Pakt von Bogotá, mit dem es die Zuständigkeit des IGH anerkennt. Daraufhin verklagte Nicaragua seinen Nachbarn erneut, weil er es daran hinderte, seine neuen Rechte in diesen Gewässern wahrzunehmen und seinen Festlandsockel zu erweitern.






