
Mindestens 27 mutmaßliche Migranten aus Äthiopien wurden am Rande der sambischen Hauptstadt Lusaka leblos aufgefunden, erstickt und möglicherweise aus einem Lastwagen geworfen.
Der sambische Polizeisprecher Danny Mwale sagte am Sonntag gegenüber dem Afrika-Dienst der BBC, dass die Sicherheitskräfte nur einen Überlebenden gefunden hätten, der «nicht atmete» und in ein örtliches Krankenhaus gebracht worden sei.
Die Leichen wurden heute Morgen gegen 06:00 Uhr Ortszeit im Bezirk Ngwerere gefunden.
«Unsere vorläufigen Ermittlungen deuten darauf hin, dass insgesamt 28 Personen, allesamt Männer im Alter zwischen 20 und 38 Jahren, von Unbekannten in Meanwood Nkhosi entlang der Chiminuka Road entsorgt wurden», so die Polizei von Lusaka in einer Erklärung.
Anhand der mitgeführten Dokumente wird vermutet, dass die Migranten aus Äthiopien kamen und Sambia als Zwischenstopp auf einer sehr häufigen Reise durchquerten, die vor allem Menschen vom Horn von Afrika nach Südafrika führt.
Die Leichen wurden in die Leichenhalle des Lehrkrankenhauses der Universität Sambia gebracht.
Im benachbarten Malawi entdeckten die Behörden im Oktober 25 Leichen von äthiopischen Migranten in einem Massengrab. Die malawische Polizei erklärte damals, sie habe Beweise, die den Stiefsohn des ehemaligen Präsidenten, Peter Mutharika, mit dem Verbrechen in Verbindung bringen.
Sambia mit seinen 18 Millionen Einwohnern hat seit Jahren mit dem illegalen Menschenhandel zu kämpfen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hat Sambia mehr als 105.000 Flüchtlinge aus Nachbarländern wie Kongo, Burundi, Angola und Ruanda aufgenommen.
Im regionalen Vergleich gilt das Land als politisch relativ stabil. Im Jahr 2021 erlebte Sambia einen friedlichen Machtwechsel, steht aber vor vielen Herausforderungen, darunter weit verbreitete Armut, Unterernährung und die Folgen des Klimawandels. Ende 2020 musste Sambia gegenüber seinen internationalen Gläubigern Insolvenz anmelden.






