
Die türkische Justiz hat am Mittwoch den Bürgermeister von Istanbul, Ekrem Imamoglu von der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP), wegen Beleidigung von Mitgliedern des Obersten Wahlrats (YSK) zu zwei Jahren und sieben Monaten Gefängnis verurteilt.
Ein Gericht befand den Bürgermeister, der einer der größten politischen Rivalen von Präsident Recep Tayyip Erdogan ist, für schuldig und verhängte eine Sperrfrist gegen ihn, die zu seiner Absetzung als Bürgermeister der größten Stadt der Türkei führen könnte.
Es wird jedoch erwartet, dass der CHP-Politiker gegen das Urteil Berufung einlegen wird, berichtet die Tageszeitung «Hurriyet». In früheren Gerichtsverhandlungen hat Imamoglu bestritten, Ratsmitglieder beleidigt zu haben, und erklärt, seine Worte seien eine Reaktion auf die Äußerungen von Innenminister Süleyman Soylu gewesen, den er angeblich als «Idiot» bezeichnet habe.
Imamoglu gewann das Bürgermeisteramt von Istanbul bei den Wahlen im März 2019, bei denen er gegen einen Erdogan-Verbündeten antrat, mit knappem Vorsprung. Die Ergebnisse wurden von den zuständigen Behörden abgelehnt, und bei einer Neuwahl im Juni 2019 gewann er mit größerem Vorsprung, was für den Präsidenten und die Regierungspartei einen schweren Rückschlag bedeutete.






