
Die Europäische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Europaabgeordnete und ehemalige Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments Eva Kaili und beantragt die Aufhebung ihrer Immunität. Dies ist eine neue Front für die griechische Politikerin, die in dieser Woche in den Skandal um die mutmaßlichen Bestechungsgelder aus Katar verwickelt wurde, um politisches und wirtschaftliches Gewicht in der Europäischen Union zu erlangen.
Die von der rumänischen Juristin Laura Kovesi geleitete Institution beantragt die Aufhebung der Immunität von Kaili und einer weiteren griechischen Abgeordneten, der konservativen Maria Spyraki, heißt es in einer Erklärung, in der sie sich auf einen Untersuchungsbericht des Europäischen Amts für Betrugsbekämpfung (OLAF) stützt.
In dem Bericht wird auf den Verdacht des Betrugs zu Lasten des europäischen Haushalts «bei der Verwaltung der parlamentarischen Vergütung und insbesondere im Hinblick auf die Vergütung akkreditierter parlamentarischer Assistenten» hingewiesen, heißt es in der Erklärung, aus der nicht hervorgeht, ob diese Untersuchung im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit Katar steht.
Die griechische Finanzstaatsanwaltschaft ordnete am Donnerstag die Einleitung von Ermittlungen gegen Eva Kaili wegen angeblicher Bestechung und Geldwäsche an – eine neue Front zusätzlich zu den Verdächtigungen, die bereits in Belgien gegen sie bestehen.
Die griechische Sozialistin wurde letzte Woche wegen des Verdachts auf Beteiligung an einem Bestechungsprogramm aus Katar verhaftet und befindet sich in Untersuchungshaft – zumindest bis zu ihrem Erscheinen vor Gericht in Brüssel am 22. Dezember. Die Polizei hat in ihrer Wohnung und der des ehemaligen italienischen Europaabgeordneten Pier Antonio Panzeri 1,5 Millionen Euro in bar gefunden.






