
Die japanische Regierung hat am Freitag einen Jahreshaushalt vorgelegt, der mit 6,8 Billionen Yen (ca. 48 Mrd. Euro) eine beispiellos hohe Zuweisung für die Militärausgaben des Landes vorsieht. Damit soll die in der vergangenen Woche vorgestellte aggressive neue strategische Verteidigungspolitik untermauert werden, mit der der Bedrohung durch Nordkorea und Chinas Expansion im indopazifischen Raum begegnet werden soll.
Das Dokument ist die ehrgeizigste strategische Überprüfung seit dem Zweiten Weltkrieg, die eine radikale Abkehr von der historischen, auf die nationale «Selbstverteidigung» beschränkten Politik einläuten könnte und Japans Streitkräfte in die Lage versetzen würde, Gegenangriffe jenseits seiner Grenzen zu starten.
Japans neue Verteidigungsausgaben für 2023 sind 26,4 Prozent höher als im letzten Jahr und stellen den ersten Schritt dar, um die historische Obergrenze von 1 Prozent des BIP für den Militärsektor zu durchbrechen, mit der Absicht, sie bis 2027 auf 2 Prozent zu erhöhen, was den Erwartungen der NATO entspricht, obwohl die Haushaltslage des Landes die schlechteste unter den großen Industrieländern ist und die öffentliche Verschuldung mehr als das Doppelte des BIP beträgt.
Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Kyodo sind im Verteidigungshaushalt Investitionen in Höhe von 14,2 Milliarden Euro für die Wartung von Ausrüstung und 5,8 Milliarden Euro für Munition vorgesehen. Außerdem sind 240 Millionen Euro für die Verbesserung der Boden-Schiffs-Lenkflugkörper des Typs 12 der Ground Self-Defence Force und 660 Millionen Euro für deren Serienfertigung vorgesehen.
Die japanische Regierung hat außerdem 1,4 Milliarden Euro für die Entwicklung von zwei neuen Zerstörern der Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte bereitgestellt, die mit dem Aegis-Raketenabfangsystem ausgestattet werden sollen, sowie 156 Millionen Euro für geplante Demonstrationstests verschiedener Drohnenarten für den praktischen Einsatz, darunter 26 Millionen Euro für Überwachungsdrohnen.
Es sei daran erinnert, dass die japanische Verfassung die Einsatzmöglichkeiten der so genannten japanischen Selbstverteidigungskräfte stark einschränkt, die rechtlich im Großen und Ganzen nicht in der Lage sind, internationale Konflikte mit Gewalt zu lösen, obwohl mehrere japanische Regierungen mehr oder weniger versucht haben, diese Grenzen immer dann zu überschreiten, wenn sich das Land von seinen Nachbarn bedroht sah.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






