
Bei den tunesischen Gerichten sind bisher mehr als 50 Beschwerden gegen die vorläufigen Ergebnisse der Parlamentswahlen vom 17. Dezember eingegangen, die durch eine rekordverdächtig niedrige Wahlbeteiligung von weniger als neun Prozent und einen Boykott der Opposition gekennzeichnet waren.
Nach Berichten der staatlichen tunesischen Nachrichtenagentur TAP sind bisher 55 Klagen eingereicht worden, die noch von den Gerichten geprüft werden müssen. Eine zweite Runde ist für den 19. Januar angesetzt, obwohl die Opposition deren Absage gefordert hat.
Die von der Opposition boykottierten Parlamentswahlen haben die Forderung nach dem Rücktritt des tunesischen Präsidenten Kais Saied wieder aufleben lassen. Die Nationale Heilsfront erklärte, die sehr niedrige Wahlbeteiligung bestätige, dass der Präsident kein Mandat des Volkes habe, und forderte seinen Rücktritt und die Ausrufung neuer Präsidentschaftswahlen.
Saied, der sich im Juli 2021 nach der Auflösung der Regierung und der Suspendierung des Parlaments – das daraufhin aufgelöst wurde – alle Befugnisse anmaßte, hat eine Reihe von Maßnahmen gefördert, darunter ein Verfassungsreferendum, das trotz des Boykotts der Opposition angenommen wurde und die Befugnisse des Präsidenten stärkt.
Darüber hinaus kündigte Saied im Laufe des Tages eine Sonderbegnadigung für 1.650 Gefangene an, von denen 415 von den Behörden freigelassen werden sollen, wobei das Datum hierfür noch nicht bekannt gegeben wurde, wie aus einem Kommuniqué der Präsidentschaft des afrikanischen Landes hervorgeht.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






