
Die französische Premierministerin Elisabeth Borne kündigte am Dienstag eine lang erwartete Rentenreform an, die das Renteneintrittsalter bis 2030 auf 64 Jahre anhebt und die Mindestrente für alle Leistungsempfänger um 100 Euro pro Monat im Vergleich zur derzeitigen Leistung erhöht.
Damit wird das gesetzliche Rentenalter von derzeit 62 auf 64 Jahre angehoben. Die Maßnahme soll schrittweise umgesetzt werden, indem ab September drei weitere Monate pro Jahr hinzugefügt werden. Damit reagierte er auf ein lang erwartetes und umstrittenes Projekt, das der französische Präsident Emmanuel Macron während des Wahlkampfs angekündigt hatte.
Außerdem wird die für den Bezug der vollen Rente erforderliche Beitragszeit schrittweise auf 43 Jahre angehoben, obwohl das volle Renteneintrittsalter bei 67 Jahren bleibt, wie die Tageszeitung Le Parisien berichtet.
Borne kündigte auch die Aufwertung der Renten auf 85 Prozent des Mindestlohns an, also rund 1.200 Euro netto. Der Mindestbetrag wird an den Mindestlohn zum Zeitpunkt des Renteneintritts und nicht mehr an die Inflation angepasst.
Die Maßnahme stieß bei der französischen Opposition auf Kritik. Der Vorsitzende von France Insoumise, Jean-Luc Mélenchon, versicherte, dass die von Macron und Borne vorgeschlagene Reform «ein schwerer sozialer Rückschritt» sei, während die Abgeordnete Mathilde Panot von derselben Partei erklärte, der Premierminister schäme sich «für nichts».
Die Vorsitzende der rechtsextremen Nationalen Sammlungsbewegung, Marine Le Pen, erklärte ihrerseits auf ihrem Twitter-Profil, dass «die Franzosen auf die Entschlossenheit ihrer Partei zählen können», «diese ungerechte Reform zu blockieren».
Der Gesetzentwurf, der auch eine «angepasste» Regelung für Bürger vorsieht, die vor dem 20. Lebensjahr zu arbeiten begonnen haben, wird dem Ministerrat am 23. Januar vorgelegt und soll laut BFMTV am 6. Februar in die Nationalversammlung eingebracht werden.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






