
Der belgische sozialdemokratische Europaabgeordnete Marc Tarabella, dessen Immunität letzte Woche auf Antrag der belgischen Justiz vom Europäischen Parlament aufgehoben wurde, wurde am Freitag im Zusammenhang mit dem «Qatargate»-Korruptionsskandal verhaftet, bei dem es um die angebliche Zahlung von Bestechungsgeldern durch Katar, Marokko und Mauretanien geht, um politische und finanzielle Einflussnahme in der Europäischen Union zu erreichen.
Tarabella, dem vorgeworfen wird, zwischen 120.000 und 140.000 Euro als Gegenleistung dafür erhalten zu haben, dass er seine Haltung zur Fußballweltmeisterschaft in Katar aufweicht, hat seit Bekanntwerden des Skandals im Dezember behauptet, er sei nicht in derartige korrupte Geschäfte verwickelt gewesen.
Die belgische Bundesstaatsanwaltschaft hat jedoch seine Verhaftung angekündigt, um in den nächsten Stunden vor dem Untersuchungsrichter auszusagen, der dann über seine Situation entscheiden wird.
Nach der Aufhebung der Immunität des Abgeordneten, die die Behörden daran hinderte, gegen ihn vorzugehen, führten die Ermittler am Freitagmorgen mehrere Durchsuchungen durch, darunter auch eine in Lüttich, um einen Tresor zu finden, der Tarabella gehörte.
Im Zuge dieser Aktion, so die Staatsanwaltschaft in einer Erklärung, wurden auch «mehrere Büros» im Rathaus der Gemeinde Anthisnes durchsucht, deren Bürgermeister der belgische Sozialist ist.
Bereits im Dezember, als die Polizei die ersten Verhaftungen im Zusammenhang mit dem Bestechungsnetzwerk vornahm, wurde Tarabellas Wohnung von Ermittlern durchsucht, die jedoch nichts Relevantes fanden, obwohl sie Computerausrüstung beschlagnahmten.
Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Eva Kaili, ihr Partner und Berater Francesco Giorgi und zwei weitere Personen wurden wegen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche und Korruption angeklagt.
Einer der Angeklagten, der ehemalige Europaabgeordnete Panzeri, hat sich mit der Staatsanwaltschaft darauf geeinigt, alle Einzelheiten des Betrugs zu gestehen und die Namen derjenigen zu nennen, die die Bestechungsgelder kassiert haben. Im Gegenzug wird die gegen ihn beantragte Haftstrafe von fünf auf ein Jahr reduziert.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






