
Das Plenum des Europäischen Parlaments hat sich am Dienstag dafür ausgesprochen, das Wahlrecht für Bürger der Europäischen Union (EU), die in einem anderen Land wohnen, zu erleichtern, wenn sie sich als Einwohner eines anderen Mitgliedstaates registrieren lassen.
Vorschläge zur Verbesserung der Situation von EU-Bürgern, die in einem anderen Mitgliedstaat leben, wenn sie an Europa- und Kommunalwahlen teilnehmen oder wählen, wurden mit 500 Ja-Stimmen, 143 Nein-Stimmen und neun Enthaltungen bzw. 504 Ja-Stimmen, 79 Nein-Stimmen und 69 Enthaltungen angenommen.
Die Abgeordneten fordern außerdem, dass Informationen über das Wahlrecht und die Wahlfristen in einer ihnen verständlichen Sprache zur Verfügung gestellt werden und dass für alle EU-Bürger (ob Staatsangehörige oder Angehörige eines anderen Mitgliedstaates), die kandidieren wollen, die gleichen Anforderungen gelten.
Unter anderem wird gefordert, den nationalen Behörden die Möglichkeit zu nehmen, das Wahlrecht von Bürgern aus anderen EU-Ländern einzuschränken, wenn diese mehr als 20 % aller in ihrem Hoheitsgebiet lebenden EU-Bürger ausmachen, und die Möglichkeit abzuschaffen, die höchsten Positionen in der Kommunalverwaltung den Staatsangehörigen des Landes vorzubehalten.
Nach den Daten für 2020 reicht der Prozentsatz der EU-Bürger, die in einem anderen Mitgliedstaat leben, von 40,4 % in Luxemburg bis zu 0,09 % in Polen, während dieser Wert in Spanien weniger als 5 % beträgt.
Außerdem fordert das Parlament die nationalen Behörden auf, schutzbedürftigen Gruppen, einschließlich Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen, die Ausübung ihres Wahlrechts zu erleichtern. Schließlich plädieren die Abgeordneten für Alternativen zur Stimmabgabe in Papierform und zur persönlichen Stimmabgabe, einschließlich der Briefwahl, der vorzeitigen Stimmabgabe, der Stimmrechtsvertretung und der telematischen Stimmabgabe.
Der Rat muss einstimmig über die Änderung der Vorschriften entscheiden, nachdem das Parlament seine Rolle im Konsultationsverfahren wahrgenommen hat.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






