
Der deutsche Botschafter in Brasilia, Heiko Thoms, hat Bilder verurteilt, die zeigen, wie Anhänger des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro während der Proteste, die das Land seit den Wahlen am Sonntag erschüttert haben, ihre Arme zum Nazigruß erheben.
«Die Verwendung von Nazi- und faschistischen Symbolen durch eindeutig rechtsextreme ‘Demonstranten’ ist zutiefst schockierend. Sich für den Nationalsozialismus zu entschuldigen, ist ein Verbrechen», so Thoms auf seinem offiziellen Twitter-Profil.
Der Leiter der deutschen Diplomatie in Brasilien betonte, dass es sich «nicht um Meinungsfreiheit» handele, sondern um einen «Angriff auf die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit in Brasilien». «Diese Geste verachtet die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und die von ihm verursachten Schrecken», fügte er hinzu.
Auch wenn Thoms die Pro-Bolsonaro-Proteste nicht ausdrücklich erwähnte, ist klar, dass seine Kritik nach der Veröffentlichung von Bildern kommt, auf denen eine Gruppe von Anhängern des noch amtierenden brasilianischen Präsidenten zum militärischen Eingreifen aufruft und den Hitlergruß zeigt.
Lula hat Bolsonaro in der zweiten Runde der brasilianischen Wahlen am Sonntag knapp besiegt. Seitdem sind die Anhänger des Amtsinhabers auf die Straße gegangen und haben aus Protest zahlreiche Straßen im ganzen Land blockiert.
Bolsonaro seinerseits forderte am Dienstag seine Anhänger auf, die Blockaden aufzuheben, da es sich um eine Art von Protest handele, die nicht unter die Verfassung falle, da sie das Recht auf Bewegungsfreiheit verletze.






