
Die deutsche Regierung hat am Donnerstag ihre Bürger aufgefordert, den Iran zu verlassen, da die Proteste in dem Land seit September nach dem Tod von Mahsa Amini, einer Frau, die in der Hauptstadt Teheran verhaftet wurde, weil sie angeblich ein falsches Kopftuch trug, hart verfolgt werden.
Das deutsche Außenministerium hat auf seiner Website darauf hingewiesen, dass «für deutsche Staatsangehörige ein konkretes Risiko der willkürlichen Verhaftung, des Verhörs und der Verurteilung zu langen Haftstrafen besteht». «In der jüngsten Vergangenheit gab es eine große Zahl willkürlicher Verhaftungen von Ausländern», heißt es weiter.
Er wies darauf hin, dass «ein besonderes Risiko für allein arbeitende Personen besteht» und fügte hinzu, dass «die Gefahr besteht, dass ihr Gepäck ausgiebig kontrolliert und möglicherweise beschlagnahmt wird». «Insbesondere elektronische Kommunikationsgeräte wie Mobiltelefone, Tablets und Laptops können einer genauen Prüfung unterzogen werden», erklärte er.
«In elektronische Karten und Navigationssysteme eingegebene Routen, insbesondere zur Planung von Reisen abseits der Routen, können von iranischen Sicherheitsbehörden als Beweis für Spionage oder Spionageversuche gewertet werden. Nicht alle Sperrgebiete sind deutlich gekennzeichnet», warnte er.
Deutschland erklärte ferner, dass «selbst Personen, die in der Vergangenheit problemlos ein- und ausreisen konnten, bei einer erneuten Reise willkürlich auf der Grundlage langjähriger oder aktueller Anschuldigungen verhaftet werden können» und erläuterte, dass «die Bestimmungen des Strafgesetzbuchs so vage sind, dass eine Vielzahl von Verhaltensweisen erfasst werden können, ohne dass dies für die betroffene Person ersichtlich ist».
«Wenn Sie trotz der Reisewarnung reisen wollen, klären Sie vor der Reise mit der zuständigen iranischen diplomatischen Vertretung, ob Sie die iranische Staatsbürgerschaft besitzen», empfahl er und forderte seine Bürger auf, «sich von politischen Veranstaltungen, Demonstrationen und Menschenansammlungen fernzuhalten».
Die Niederschlagung der Proteste gegen den Tod Aminis, bei denen unter anderem der Sturz des iranischen Regimes gefordert wurde, hat nach Angaben von Mahmud Amiri-Moghadam, Präsident der Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights (IHR), am Mittwoch bisher rund 280 Menschen das Leben gekostet.






