
Der ukrainische Premierminister Denis Shmigal hat eine Evakuierung der Hauptstadt Kiew vorerst ausgeschlossen, nur zwei Tage nachdem der Bürgermeister der Stadt die Möglichkeit einer Evakuierung im Falle eines Stromausfalls angesprochen hatte.
«Eine Evakuierung kann als letztes Mittel, als Notfallmaßnahme, eingesetzt werden. Man muss immer einen Plan B haben, aber die Situation ist weit davon entfernt, die Evakuierung einer Stadt auszurufen, die nicht an der Front liegt, geschweige denn der Hauptstadt», so Shmigal.
Im Hinblick auf mögliche Stromausfälle infolge der ständigen Angriffe Russlands auf diese Anlagen betonte der ukrainische Premierminister, dass die Behörden «alles in ihrer Macht Stehende» tun, um das Funktionieren des Stromnetzes wiederherzustellen.
Er wies darauf hin, dass die lokalen, regionalen und nationalen Behörden an der Beschaffung von Ersatzgeräten beteiligt sind, um die betroffenen Anlagen schnell zu reparieren» und auf mögliche ungünstige Situationen vorbereitet zu sein.
Diese Äußerungen des Regierungschefs kommen nur zwei Tage, nachdem Quellen aus dem Umfeld der Hauptstadtverwaltung bestätigt hatten, dass es Pläne für eine vollständige Evakuierung der Stadt gibt, falls die Stromausfälle während des Winters anhalten.
Die Warnung erfolgte, nachdem der staatliche ukrainische Betreiber Ukrernergo am Samstag Stromabschaltungen in sieben Regionen des Landes, darunter auch in der Region Kiew und der Hauptstadt, angekündigt hatte, um den durch die russische Invasion verursachten Stromausfall auszugleichen.
Am Dienstag versicherte Shmigal der Bevölkerung, dass die Ukraine über ausreichende Energiereserven verfüge, um den Winter zu überstehen, obwohl er einräumte, dass die Region und die Stadt Kiew sowie Charkow die Orte seien, an denen die Stromversorgung am stärksten beeinträchtigt zu sein scheint.






