
Die ukrainische Regierung gab am Donnerstag bekannt, dass das im Juli mit Russland geschlossene Abkommen über die Ausfuhr von Getreide aus ukrainischen Häfen um 120 Tage verlängert wird, obwohl sich weder Moskau noch die Garantiegeber dazu geäußert haben.
«Die Initiative für den sicheren Transport von landwirtschaftlichen Erzeugnissen im Schwarzen Meer wurde um 120 Tage verlängert», erklärte der ukrainische Infrastrukturminister Oleksander Kubrakov in einer auf seinem Facebook-Account veröffentlichten Nachricht.
Er sagte, dass «die Entscheidung soeben in Istanbul getroffen wurde» und fügte hinzu, dass «die UNO und die Türkei weiterhin Garanten für die Initiative sind». Die Verhandlungen waren vor kurzem im Vorfeld des Auslaufens des derzeitigen Abkommens am Samstag intensiviert worden.
In diesem Sinne teilte er mit, dass Kiew sich für eine Verlängerung der Initiative «um mindestens ein Jahr» und die Einbeziehung des Hafens von Mikolaiv ausgesprochen habe, wobei er betonte, dass die Ukraine «auf eine Antwort wartet».
Kubrakov verteidigte die Tatsache, dass «die ukrainischen Agrarexporte weiterhin ein wirksames Instrument zur Bewältigung der weltweiten Nahrungsmittelkrise sind» und betonte, dass seit Inkrafttreten des Abkommens mehr als elf Millionen Tonnen Produkte in 38 Länder der Welt exportiert wurden.
«Das ist ein bedeutender Betrag, aber er reicht nicht aus. Der Weltmarkt kann ukrainische Agrarprodukte kurzfristig nicht ersetzen. Gleichzeitig ist es unmöglich, unsere Nahrungsmittelmenge für die Welt zu erhöhen», erklärte der ukrainische Minister.
«Es ist auch wichtig, dass die Gemeinsame Koordinierungsstelle effizient arbeitet. Sie haben ihre Vorschläge zur Lösung der bestehenden Probleme vorgelegt. Wir müssen das Exportpotenzial unserer Häfen voll ausschöpfen, damit die Welt schnell die benötigten Mengen an Nahrungsmitteln erhält», schloss er.
Auf seinem Twitter-Account erklärte Kubrakov außerdem, dass das Abkommen «ein weiterer wichtiger Schritt im globalen Kampf gegen die Nahrungsmittelkrise» sei. «Wir warten auf die offizielle Ankündigung der führenden Vertreter der UNO und der Türkei», sagte er, aber Russland hat sich noch nicht dazu geäußert.
Russland und die Ukraine unterzeichneten am 22. Juli unter Vermittlung der Türkei und der Vereinten Nationen ein Abkommen zur Freigabe der Ausfuhr von Getreide und Düngemitteln, das kurzzeitig durch Moskaus Anschuldigungen gegen Kiew wegen angeblicher Bedrohung der Sicherheit des Korridors unterbrochen wurde. Schließlich kündigte Moskau unter Berufung auf ukrainische «Garantien» seine Rückkehr zu dem Abkommen an, obwohl Kiew Zugeständnisse bestritt.






