
Italienische Sicherheitskräfte haben auf der Insel Sizilien zwölf Personen wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an der illegalen Schleusung von Migranten verhaftet. In diesem Zusammenhang hat die Regierung von Giorgia Meloni eine Überprüfung der Migrationspolitik der vorherigen Regierung gefordert.
Mehr als hundert Agenten waren an dieser Operation beteiligt, die 18 Personen zum Ziel hatte: elf Tunesier und sieben Italiener. Zwölf wurden von den Behörden in Gewahrsam genommen, die übrigen sechs stehen nach Angaben der Polizei unter Hausarrest, während die Ermittlungen weitergehen.
Die Ermittlungen begannen im Februar 2019 nach dem Abfangen eines Bootes in der Gegend von Gela und deckten ein Netzwerk auf, das die irreguläre Einreise von Migranten aus Nordafrika nach Italien begünstigt haben soll.
Die Migranten zahlten zwischen 3.000 und 5.000 Euro in bar, um auf prekäre Boote mit zehn bis 30 Personen aus Tunesien zu gelangen. Bei jeder Reise erzielte die Organisation einen Gewinn zwischen 30.000 und 70.000 Euro.
Die Ermittler glauben auch, dass die Verantwortlichen des Netzwerks bereit waren, die Migranten im Stich zu lassen, wenn es beispielsweise ein Problem mit dem Motor gab, wie die italienische Polizei am Donnerstag mitteilte.
Das Innenministerium schätzt, dass in diesem Jahr mehr als 90.000 Migranten die italienischen Küsten erreicht haben, eine Zahl, die es für inakzeptabel hält und die für die Regierung Meloni die Verabschiedung von Maßnahmen wie das Verbot der Einfahrt von NGO-Rettungsbooten rechtfertigt.
Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit 2014 mehr als 20.000 Menschen in den Gewässern des zentralen Mittelmeers ums Leben gekommen, davon allein in diesem Jahr mindestens 1.365.






