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Iranische Sicherheitskräfte unterdrücken Proteste in Mahabad mit extremer Gewalt, wie Zeugen berichten

Ingrid Schulze

2022-11-20
Archiv
Archiv – Iranische Frau protestiert auf der Straße gegen den Tod von Mahsa Amini – SOCIAL MEDIA / ZUMA PRESS / CONTACTOPHOTO

Die iranische Polizei und die Sicherheitskräfte reagierten nach Angaben von DPA-Zeugen am Samstagabend mit großer Gewalt auf eine Demonstration in der kurdischen Stadt Mahabad im Nordwesten des Landes, wo die Bereitschaftspolizei mit Panzern präsent war und wahllos auf Demonstranten schoss.

Die Stadt war auch vorübergehend ohne Strom, da die Bewohner die Verwundeten evakuierten. Es ist noch nicht bekannt, ob es Todesopfer gibt.

Die Nachrichtenagentur Tasnim schilderte die Lage anders: «Bewaffnete Terroristen» hätten in der Nacht zum Samstag Privathäuser und öffentliche Einrichtungen in Brand gesteckt und damit eine Panik in der Stadt ausgelöst.

Mehrere Anführer der mutmaßlichen Terrorgruppen seien festgenommen worden, so Tasnim unter Berufung auf die örtlichen Sicherheitsbehörden.

Am Sonntag hat die iranische Justiz fünf Schauspielerinnen und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens im Iran vorgeladen, um ihre Unterstützung für die Proteste gegen den Tod der jungen kurdisch-iranischen Frau Mahsa Amini zu erklären, die wegen des Tragens des falschen Kopftuchs festgenommen worden war.

Bei den Schauspielerinnen handelt es sich nach Angaben der offiziellen iranischen Justizbehörde Mizan um Elnaz Shakerdost, Mitra Hayar, Baran Kaushari, Sima Tirranzah und Hengeme Ghaziani, die alle wegen der Veröffentlichung nicht näher bezeichneter «provokativer Inhalte» vorgeladen wurden.

Seit Sonntag sind die Seiten von Golmohammadi und Kosari nicht mehr auf Instagram verfügbar.

Laut Mizan hat die Teheraner Staatsanwaltschaft auch den Trainer des Fußballclubs Persepolis FC, Yahya Golmohammadi, und die ehemaligen reformistischen Abgeordneten Mahmud Sadeghi und Parvaneh Salahshouri als Zeugen vorgeladen.

Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights (NRO) von dieser Woche wurden mindestens 342 Menschen getötet, darunter mindestens 43 Minderjährige und 26 Frauen, als die Behörden wegen Aminis Tod gegen die Demonstranten vorgingen.

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