NATO begrüßt deutsches Angebot zur Verstärkung der polnischen Flugabwehr nach Raketenzwischenfall

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Jens Stoltenberg, NATO-Generalsekretär – -/NATO/dpa

Die NATO hat die Ankündigung Deutschlands begrüßt, Polen Patriot-Raketenbatterien zur Verstärkung seiner Luftabwehr anzubieten, nachdem in der vergangenen Woche in einer grenznahen Stadt zwei Menschen durch eine ukrainische Rakete getötet worden waren.

«Ich begrüße das deutsche Angebot, Polens Luftverteidigung durch die Stationierung von Patriot-Batterien zu stärken, nachdem es letzte Woche zu einem tragischen Zwischenfall gekommen ist, bei dem zwei Menschen ihr Leben verloren haben», sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg auf einer Pressekonferenz im Vorfeld des Außenministertreffens nächste Woche in Rumänien.

Der polnische Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak hat die Verlegung von Patriot-Raketenabwehrbatterien an die ukrainische Grenze gefordert und damit eine Debatte darüber ausgelöst, ob diese Systeme in die Ukraine gebracht werden können, wobei deutsche Techniker vor Ort sein müssten. Berlin hat dies abgelehnt.

Der ehemalige norwegische Ministerpräsident betonte, dass Deutschland Kiew mit modernen Verteidigungssystemen unterstütze, und er werde die Verbündeten auffordern, die militärische Unterstützung, einschließlich der Luftabwehr, zu erhöhen. «Aber Entscheidungen über bestimmte Mittel bleiben nationale Entscheidungen», betonte Stoltenberg und wies darauf hin, dass die Ankündigung Teil der Bemühungen der NATO sei, ihre Präsenz an der Ostfront zu erhöhen.

Aus alliierten Quellen verlautet, dass der Einschlag der Rakete in Polen nichts an der Risikobewertung der NATO geändert hat und dass die militärischen Befehlshaber der NATO der Ansicht sind, dass die derzeitigen Vorkehrungen ausreichen, um Bedrohungen für das Gebiet der Alliierten zu neutralisieren.

Und dies, obwohl diese Episode die östlichen Länder, die die russische Bedrohung als existenzielles Risiko betrachten, dazu veranlasst hat, die Forderung nach einem umfassenden Raketenabwehrsystem auf NATO-Ebene wieder aufleben zu lassen, ein Thema, das, wie die Quellen betonen, kurzfristig «nicht reif» ist.