SBU findet «kremlfreundliche» Handbücher, Dokumente und Literatur in orthodoxer Diözese

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Archiv – Eine Kirche in Charkow (Ukraine) – Daniel Carde / Zuma Press / ContactoPhoto

Die ukrainischen Sicherheitsdienste (SBU) erklärten am Freitag, sie hätten in einer Diözese im Südwesten der Ukraine religiöse Handbücher aus Moskau, russischsprachige Dokumente und «kremlfreundliche» Literatur gefunden, nachdem sie die Durchsuchung mehrerer Klöster in mehreren Städten, darunter Kiew, angeordnet hatten.

«Im Zuge der Ermittlungen entdeckten die Strafverfolgungsbehörden Dokumente, die die russische Staatsbürgerschaft in der Führung der Diözesanstrukturen bestätigen», so der ukrainische Geheimdienst.

Sie wies auch darauf hin, dass es wahrscheinlich eine «Korrespondenz» zwischen den Ordensleuten und russischen Personen gibt, da sie «Methodik»-Bücher in russischer Sprache gefunden haben, in denen erklärt wird, wie die Liturgie in der Kirche zu feiern ist, sowie eine «große Menge» an «kremlfreundlicher» Literatur.

«Außerdem wurden bei einer Überprüfung der Computer der Bistumsleitung Fotokopien von Ausweispapieren von Raschisten (Angehörigen der russischen Streitkräfte) gefunden, die an den Kämpfen gegen ukrainische Truppen teilgenommen haben», sagte er.

Die Durchsuchungen wurden durchgeführt, um angebliche prorussische «subversive Aktivitäten» in Einrichtungen zu bekämpfen, die mit der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats verbunden sind, darunter das Höhlenkloster von Kiew, das zum Weltkulturerbe der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) gehört.

Die orthodoxe Kirche hat in den letzten Monaten versucht, sich von möglichen Sympathien für Moskau zu distanzieren und sich so von der im Februar gestarteten Militäroffensive zu distanzieren, aber der SBU leitete eine Untersuchung ein, nachdem in einem Gottesdienst ein Lied gesungen wurde, in dem das Erwachen von «Mütterchen Russland» befürwortet wurde, so die DPA.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow beschuldigte Kiew der religiösen Verfolgung. Seiner Meinung nach ist die Durchsuchung der Klöster «ein weiteres Glied in der Kette der Militäraktionen gegen die russische Orthodoxie», so die offiziellen Nachrichtenagenturen.