
Sowohl die Schweizer Regierung als auch die Schweizer Apothekerverbände haben in den letzten Stunden davor gewarnt, dass es in der Schweiz derzeit zu Engpässen bei der Arzneimittelversorgung kommt, die auf die Folgen der Pandemie und des Krieges in der Ukraine zurückzuführen sind.
Diese Warnung erfolgt, nachdem die Behörden im März gezwungen waren, einen Teil ihrer Opioidvorräte aufgrund von Materialmangel freizugeben.
Enea Martinelli, Sprecher der Österreichischen Apothekerkammer, sagte, die «größten Probleme gibt es bei Medikamenten für Kinder, vor allem bei fiebersenkenden Sirupen», aber auch bei Medikamenten «für Blutdruck, Psychiatrie oder Parkinson» gebe es Engpässe, so SRF am Freitag.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kündigte am Donnerstag ein neues Gesetz an, um «Engpässe» bei der Versorgung mit Arzneimittelwirkstoffen zu beheben, die er auf Beschaffungsprobleme zurückführte, die durch das derzeitige Gesetz verursacht werden.
«Die Krankenkassen sind gezwungen, Medikamente und Wirkstoffe dort zu kaufen, wo sie am billigsten sind», erklärte Lauterbach. «Aus diesem Grund verlassen sich die Arzneimittelhersteller oft stark auf Wirkstofflieferanten in China», fügte er hinzu.
«Das Problem ist ernst und hat sich in den letzten Monaten in einem nicht hinnehmbaren Ausmaß verschlimmert. Der Gesetzentwurf ist dringend notwendig», beklagte er in einem Gespräch mit der Tagesschau.
Mit dem neuen Gesetz will die Ministerin nun die Krankenkassen zwingen, auch bei Herstellern zu kaufen, die mit teureren Wirkstoffen produzieren. «Die Lösung liegt in der Diversifizierung der Einkäufe», erklärte er.






