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Kanadas Außenminister lädt russischen Botschafter vor, um Anti-LGBT-Inhalte zu erklären

Ingrid Schulze

2022-11-29
Kanadische
Kanadische Außenministerin Mélanie Joly, Ottawa, Kanada – ADRIAN WYLD / ZUMA PRESS / CONTACTOPHOTO

Die kanadische Außenministerin Mélanie Joly hat am Montag den russischen Botschafter Oleg Stepanow vorgeladen, um eine Erklärung für eine Reihe von LSBT-feindlichen Beiträgen in den sozialen Medien in der russischen Botschaft in Ottawa zu erhalten.

«Wie erwartet, haben die Russen wieder einmal auf Hasspropaganda gesetzt. Wir können diese Rhetorik absolut nicht tolerieren. Dies ist ein Angriff auf die kanadischen Werte der Akzeptanz und Toleranz», sagte der Minister, wie die CBC berichtete.

Es ist das dritte Mal in diesem Jahr, dass Joly Stepanov vorgeladen hat.

In den letzten Tagen hat die russische diplomatische Vertretung in Kanada auf Twitter und Telegram gepostet, dass der Westen «Familienwerte aufzwingt» und dass «Familien nur aus einem Mann, einer Frau und Kindern bestehen können», berichtet «The Globe and Mail».

Sie haben auch die kanadische Regierung beschuldigt, sich in russische Angelegenheiten einzumischen, und dabei direkt Sportministerin Pascale St-Onge ins Visier genommen.

St-Onge, ein Mitglied der LGBT-Gemeinschaft, kritisierte die russische Gesetzgebung als «homophobe Propaganda» und als «Angriff auf die Menschenrechte». Die Botschaft hat daraufhin scharf reagiert.

Diese Tweets wurden veröffentlicht, nachdem die russische Duma ein Gesetz verabschiedet hatte, das die Strafen für die Verbreitung von LGTBI-Inhalten verschärft und ausweitet.

Die russische Regierung begründete diese Reform mit der Notwendigkeit, «Geißeln wie Pädophilie» zu bekämpfen, doch für Menschenrechtsorganisationen bedeutete dieses Gesetz einen weiteren Schritt zur Unterdrückung der LGTBI-Gemeinschaft.

Geldstrafen für LGTBI-«Propaganda» können 400.000 Rubel (ca. 6.400 Euro) im Fall von normalen Bürgern oder 800.000 Rubel im Fall von Staatsbediensteten erreichen. Bei juristischen Personen erhöht sich die Strafe auf 5 Millionen (mehr als 79.000 Euro), berichtete die Agentur Interfax.

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