
Die türkische Regierung hat erklärt, sie könne Gespräche mit Syrien führen, wenn Damaskus «realistisch» handle, um den Kampf gegen den Terrorismus zu verstärken, nachdem neue Bombenangriffe gegen kurdische Gruppen im Norden des Landes geflogen wurden.
«Wir führen schon seit einiger Zeit Gespräche mit dem Regime, und zwar über die Geheimdienste. Wenn das Regime realistisch handelt, sind wir bereit, bei der Terrorismusbekämpfung, dem politischen Prozess und der Rückkehr der syrischen (Flüchtlinge) zusammenzuarbeiten», sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu.
«Andernfalls ist es undenkbar», sagte er, bevor er betonte, dass Ankara auch dem Irak eine gemeinsame Anstrengung zur Bekämpfung des Terrorismus anbietet. «Wenn unsere Gesprächspartner auf unsere Appelle hören, werden wir gemeinsam gehen und den Terrorismus gemeinsam bekämpfen», fügte er hinzu.
Cavusoglu betonte: «Wenn sie weiterhin nicht reagieren, wird die Türkei alleine weitermachen». «Wir werden nicht zulassen, dass die Terrororganisationen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und Volksschutzeinheiten (YPG) in Syrien und im Irak einen sicheren Zufluchtsort haben», bekräftigte er.
«Egal, was irgendjemand zu diesem Thema sagt, wir werden tun, was notwendig ist», sagte er laut der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anatolia. Nach dem Bombenanschlag vom 13. November in der türkischen Stadt Istanbul, der sechs Tote und mehr als 80 Verletzte forderte, startete die Türkei am 21. November die Operation Schwertklaue, eine Bombenkampagne gegen kurdische Gruppen.
Daraufhin beschuldigte Syrien die Türkei, die Dschihadistengruppe Islamischer Staat zu unterstützen, und forderte sie auf, «ihre militärische Präsenz» in dem arabischen Land zu beenden, während es der YPG vorwarf, durch kurdische Autonomiebehörden im Norden und Nordosten des Landes ein «antisyrisches Projekt» aufrechtzuerhalten.
Die türkische Regierung machte die PKK für den Anschlag in Istanbul verantwortlich und erklärte, der Hauptverdächtige habe Befehle von der YPG – dem wichtigsten Mitglied der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) – erhalten. Sowohl die PKK als auch die SDF haben sich jedoch von dem Anschlag distanziert und den Opfern ihr Beileid ausgesprochen.






