
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich am Mittwoch darauf geeinigt, Bosnien und Herzegowina den Status eines EU-Beitrittskandidaten zu verleihen und damit die EU-Perspektive Sarajevos anzuerkennen, bestätigten diplomatische Quellen gegenüber Europa Press.
Diese Entscheidung wurde auf dem Treffen der für europäische Angelegenheiten zuständigen Minister in Brüssel getroffen und wird auf dem Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag bestätigt werden. Die Vereinbarung folgt der Orientierung der Europäischen Kommission, die im Oktober letzten Jahres im Rahmen der Bemühungen um eine Neubelebung der Erweiterungspolitik nach dem Krieg in der Ukraine eine positive Stellungnahme abgegeben hat.
Die Anerkennung Bosniens folgt auf die Schritte, die die EU im vergangenen Juni unternommen hat, um der Ukraine und der Republik Moldau den Kandidatenstatus zu verleihen, Georgien eine europäische Perspektive zu signalisieren und die Beitrittsverhandlungen mit Albanien und Nordmazedonien nach jahrelangem Stillstand zu eröffnen.
Der EU-Beitrittskandidatenstatus ist an die Erfüllung weitreichender Reformen in den Bereichen Justiz und Korruptionsbekämpfung in Sarajewo geknüpft. Diese Stellungnahme wurde abgegeben, nachdem die Staats- und Regierungschefs der EU Georgien im Juni beauftragt hatten, die Fortschritte des Landes auf dem Weg zur EU-Mitgliedschaft zu bewerten.
Die Staats- und Regierungschefs kamen damals überein, parallel zu der Entscheidung, die Ukraine und Moldawien als künftige EU-Mitglieder in Betracht zu ziehen, ein Signal an die Region zu geben. Während dieses Gipfels haben die europäischen Staats- und Regierungschefs verstanden, dass es notwendig ist, die Blockade in der Balkanfrage zu lösen und ein klares Signal der Unterstützung für die Region zu setzen, indem sie die Aufnahme von Verhandlungen für Albanien und Mazedonien, die im Juli formalisiert wurde, oder die Befreiung von der Visumspflicht für den Kosovo, die vor einigen Wochen vereinbart wurde, als einen Versuch betrachten, der europäischen Integration einen neuen Impuls zu geben.
Im Fall von Bosnien und Herzegowina hängt die europäische Perspektive von einer Agenda mit 14 politischen und demokratischen Reformen ab, die von der Europäischen Kommission für 2019 festgelegt wurde, sowie von Fortschritten bei der parteiübergreifenden Vereinbarung in Bosnien und Herzegowina, um den politischen Stillstand im Land zu überwinden. Die Frage des Kandidatenstatus war somit als Zwischenschritt gedacht, um Sarajevo näher an Europa heranzuführen und seine Reformagenda zu beschleunigen.






