
Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat am Donnerstag einen Besuch in Mali begonnen, bei dem sie mit ihrem malischen Amtskollegen Sadio Camara zusammentreffen und die von Berlin im Rahmen der Multidimensionalen Integrierten Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali (MINUSMA) stationierten Truppen besuchen wird.
Es ist die erste Reise des Ministers nach Mali seit der Entscheidung Deutschlands, seine Blauhelme ab dem kommenden Sommer abzuziehen. Deutschland ist derzeit mit rund 1.200 Bundeswehrsoldaten im Rahmen des Einsatzes in Mali vertreten.
In den letzten Monaten kam es jedoch immer wieder zu Streitigkeiten zwischen der malischen Regierung, die im August 2020 durch einen Militärputsch an die Macht kam, und der MINUSMA, u.a. durch die Verweigerung von Fluggenehmigungen für Militärflugzeuge und die von deutschen Truppen betriebene Aufklärungsdrohne Heron durch Bamako.
Diese Spannungen und die Kritik an der Präsenz von Söldnern der Wagner-Gruppe, die einem dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahestehenden Oligarchen gehört, veranlassten Berlin, seinen Beschluss bekannt zu geben, sein Militär bis Mai 2024 aus der MINUSMA abzuziehen.
Berlin knüpft seine weitere Präsenz in den nächsten 18 Monaten jedoch an eine Reihe von Bedingungen. Dazu gehört, dass die Bundeswehr in der Lage sein muss, mit der Heron-Drohne regelmäßig Aufklärungsmissionen für die Vereinten Nationen durchzuführen. Außerdem darf die Junta die Wahlen, die dieses Mal für die ersten Monate des Jahres 2024 angesetzt sind, nicht verschieben.
Anfang Dezember forderte der Führer der malischen Militärjunta, Assimi Goita, einen «Strategiewechsel» der MINUSMA und eine «bessere Koordinierung» mit der Armee bei ihren Operationen, um «den Schutz der Bevölkerung in den Mittelpunkt zu stellen».






