
Die Sozialisten und Demokraten (S&D) im Europäischen Parlament wollen die Vizepräsidentschaft behalten, die der griechischen sozialdemokratischen Europaabgeordneten Eva Kaili wegen ihrer angeblichen Verwicklung in den Katar-Bestechungsskandal entzogen wurde. Deshalb wählte die Fraktion am Mittwoch Marc Angel aus Luxemburg, um den frei gewordenen Posten zu besetzen, der von mindestens einer grünen Kandidatin, Gwendoline Delbos-Corfield aus Frankreich, angefochten wird.
Die Sozialdemokraten haben sich für Angel als Kandidaten entschieden, der den Willen hat, «den notwendigen Reformprozess zur Bekämpfung von Korruption und Einmischung anzuführen», wie sie in den sozialen Netzwerken mitteilten.
Trotz des von der belgischen Justiz aufgedeckten Korruptionsskandals, wegen dem gegen mehrere sozialdemokratische Europaabgeordnete ermittelt wird, ist die Fraktion zuversichtlich, dass ihr Kandidat eine «solide Mehrheit» im Europäischen Parlament haben wird, so sozialdemokratische Quellen gegenüber Europa Press.
Das Europäische Parlament wird am Dienstag während seiner Plenarsitzung in Straßburg, Frankreich, abstimmen, bevor Nominierungen in letzter Minute eingereicht werden können.
Gegenwärtig tritt jedoch nur die Fraktion der Grünen gegen den Kandidaten der Sozialdemokraten an, wobei die französische Europaabgeordnete Gwendoline Delbos-Corfield die beste Wahl ist.
«Wir brauchen eine Null-Toleranz-Strategie gegen Korruption. Wir brauchen mehr fehlende Transparenz, Rechenschaftspflicht und Aufsicht», sagte Delbos-Corfield, nachdem sie zur Kandidatin ihrer Fraktion gewählt worden war.
«Wir müssen das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger durch eine konsequente Korruptionsbekämpfung zurückgewinnen. Dies bedeutet eine deutliche Verbesserung des Schutzes von Informanten, die Einrichtung einer unabhängigen Ethikbehörde mit Ermittlungsbefugnissen, die obligatorische Eintragung von Drittländern in das Transparenzregister und die Registrierung von Lobbytreffen, auch mit Vertretern von Drittländern», argumentierte sie.
Vor etwas mehr als einem Jahr wählten die Abgeordneten des Europäischen Parlaments ihre 14 Vizepräsidenten für die verbleibenden zweieinhalb Jahre der Legislaturperiode des Parlaments, eine Aufteilung, die von den Fraktionen jedes Halbjahr ausgehandelt wird. Auf der Grundlage des damals vereinbarten Gleichgewichts zwischen den wichtigsten Familien – der Europäischen Volkspartei, den Sozialdemokraten und den Liberalen – hoffen die Sozialdemokraten, den nach der Entlassung von Kaili auf dem Spiel stehenden Vizepräsidentenposten zurückzuerobern.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






